Wo sollen die Kinder in Kunrau spielen? Während aus der Bürgerschaft Ideen beigesteuert werden, plant die Stadt bereits mit einem noch bebauten Grundstück in Nachbarschaft des Schlosses.

Kunrau. Ein leerstehendes Gebäude in Nachbarschaft des Schlosses soll weichen. An seiner Stelle sollen neue Spielgeräte für die Jüngsten unter den Kunrauern aufgestellt werden.

Dass das Thema Spielplatz drängt, zeigt ein dem Ortschafstrat vorgetragenes Bürgeranliegen: Was tun, wenn die Enkel zu Gast sind in Kunrau? Eine Einwohnerin hat sich mit dieser Frage an das Gremium gewendet. Denn nach ihrer Erfahrung gibt es in dem Gebiet kaum eine Möglichkeit für Kinder zu spielen. Die einzigen beiden funktionierenden Spielplätze im Dorf seien die der Kindertagesstätte Micky Maus und die der Grundschule im Gebäude der ehemaligen Sekundarschule am Rande Kunraus. Dumm nur, dass diese beiden einzig für die Besucher der jeweiligen Einrichtungen gedacht sind. Es handelt sich nicht um öffentliche Spielplätze für die Allgemeinheit.

Neben diesen beiden Plätzen gebe es zwei weitere Flächen, auf denen Platz für Spielgeräte wäre: das Gelände der ehemaligen Grundschule und das des Gutshofes.

Allerdings ist keine der vier Möglichkeiten für die Errichtung eines Spielplatzes geeignet. Das Gelände der Grundschule, auf dem derzeit gern einmal ein Mai- oder Weihnachtsbaum aufgestellt wird, ist für den Verkauf vorgesehen. Und ob ein Investor einen Spielplatz auf seinem Gelände dulden würde, darf bezweifelt werden. Selbst wenn die Kunrauer Kinder ganz besonders artig sind.

Der Gutshof scheidet aus, da er sich zu großen Teilen in Besitz der bundeseigenen Bodenverwertungsgesellschaft befindet, erklärte Ortsbürgermeister Uwe Bock während der Sitzung des Ortschaftsrates im Schloss. Auch baulich sei dieses Gelände kaum für einen Spielplatz geeignet. Was die beiden geschlossenen Spielplätze angeht, so dürfte eine Öffnung für die Allgemeinheit kaum den Intentionen der Einheitsgemeinde entsprechen. Allerdings sahen die Ortschaftsräte keine Veranlassung, sich doch noch nach Möglichkeiten zu erkundigen, ob dies denn auch eine Variante wäre - sind doch die Spielplatzpläne für die Schloss-Nachbarschaft bereits weit gediehen.

Dank der Jagdgenossenschaft wurde für den künftigen Spielplatz bereits ein neues Spielgerät angeschafft, wie Uwe Bock informierte. Noch steht zwar der Förderbescheid für den Abriss des Hauses aus, man hoffe aber, dass dieser noch in diesem Jahr über die Bühne gehen kann. Das bereits neu gekaufte oder gebrauchte andere Spielgeräte aufzustellen sei indes nicht sinnvoll - durch die Abrissarbeiten könnte das Spielplatzinventar verschmutzt oder anders in Mitleidenschaft gezogen werden.