Seit Anfang 2009 gibt es beim Landkreis Börde zwei Mitarbeiterinnen, die sich um die Durchsetzung des Jugendschutzes kümmern. Daniela Weber und Carolin Loof waren am Dienstagabend zur Sitzung des städtischen Ordnungsausschusses gekommen, um Fragen der Ausschussmitglieder, von Ortsbürgermeistern und Jugendvereinsmitgliedern zu beantworten.

Oebisfelde-Weferlingen. "Wir bitten Sie als erstes um Ihre Mitarbeit. Das läuft nicht mit allen Kommunen gut. Wir brauchen von Ihnen die Informationen, wo Feste und Tanzveranstaltungen sind. Nur dann können wir dort auch tätig werden", sagte Daniela Weber. Das beziehe sich auf Abi-Partys genauso wie auf Dorf- und Schützenfeste. "Wir sind abends und auch am Wochenende unterwegs, machen Kontrollen, aber auch viele Beratungsgespräche", schildert Weber die Arbeit der Ordnungsamtsmitarbeiterinnen des Landkreises. "Im vergangenen Jahr haben wir in Haldensleben eine Großkontrolle gemacht. Das geht allerdings nur in Zusammenarbeit mit der Polizei, die uns mit 13 Leuten unterstützt hat." Das wäre öfter wünschenswert. Dort werde dann die Einhaltung des Jugendschutzes vor Ort kontrolliert, sprich der Alkoholausschank an Jugendliche und die Einhaltung der im Jugendschutzgesetz festgelegten Zeiten. "Sorgen macht uns dabei der sogenannte Muttizettel, der offiziell Erziehungsauftrag heißt. Es nützt nichts, wenn die dort eingetragene volljährige Person entweder gar nicht zu finden oder schon besoffen ist, im schlimmsten Fall auch der Minderjährige. Und ich sage besoffen, weil sich das weder beschönigen noch verniedlichen lässt", betonte sie.

Seit zweieinhalb Jahren sind die Mitarbeiterinnen im Landkreis unterwegs und können jetzt erste Erfolge verzeichnen. "Die Kontrollen sprechen sich rum, die Arbeit trägt Früchte, es wird besser", sagte sie. Auch die Zusammenarbeit mit der Disko in Haldensleben sei nach der Kontrolle besser. "Der Betreiber weiß ja, dass wir auf der Matte stehen, wenn es nicht richtig läuft", sagte sie.

Die Veranstalter, bei Dorffesten also die Gemeinden, seien ebenfalls in der Pflicht, bei der Durchsetzung des Jugendschutzes mitzuwirken. So sei an jeder Bar das, was die Veranstaltung betreffe und im Gesetz geregelt sei, auszuhängen. Die Zeiten müssten eingehalten werden und auch der Ausschank müsse berücksichtigen, dass eventuell Minderjährige dabei sind. Erleichterung schaffe eine Kennzeichnung von Jugendlichen unter 18 etwa mit anderen Eintrittsstempeln oder farbigen Armbändchen. Das sei in Rogätz bereits erfolgreich praktiziert worden, und auch in Weferlingen werde das beim Verein Mobsey so gehandhabt, berichtete Patrick Ebeling. "Man weiß sonst wirklich nicht, wie alt die Gäste sind. Es gibt 14-Jährige, die sehen aus wie 20", so seine Erfahrung.

Ganz wichtig sei es darauf zu achten, dass möglichst keine Flat-Rate-Partys veranstaltet werden. Dort könne auch der Veranstalter vertraglich einwirken. "Es kann nicht jeder Ortsbürgermeister Jurist sein, deshalb helfen die Mitarbeiterinnen des Kreises oder auch die Stadtverwaltung da gerne weiter", sagte die Vorsitzende des Ordnungsausschusses, Heide Schüler. Wichtig sei auch, Fragen des Versicherungsschutzes und des genauen Aufgabenfeldes einer engagierten Security genau festzulegen. "Eine Versicherung zahlt nicht bei mutwilliger Zerstörung. Da ist dann der Veranstalter persönlich in der Pflicht. Wenn er das genau weiß, wird er seinen Gästen sicher auf die Finger sehen", so Schüler.

Ein weiteres wichtiges Betätigungsfeld schilderte Weber den Ausschussmitgliedern. "Wir gehen in die Schulen, bevorzugt in die vierten Klassen, um dort Präventionsveranstaltungen anzubieten. Wir hoffen, dass wir so schon vor dem Wechsel zur Sekundarschule den Griff zu Zigaretten und Alkohol weiter nach hinten verschieben können", so Weber.