Am Ortsrand von Langenweddingen ist ein neuer Bahnübergang entstanden. Ende November wurde die Vollsperrung der Kreisstraße aufgehoben, waren die Bauarbeiten beendet. Doch noch immer funktioniert die neue Schrankenanlage nicht, weil der Stromanschluss fehlt.

Langenweddingen l Am Bahnübergang Langenweddingen entlang der Kreisstraße 1163 wiederholt sich seit Ende November bis zu 70 Mal am Tag ein besonderes "Schauspiel". Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma spannen Warnbänder über die Straße, sperren den Bahnübergang und signalisieren damit, dass ein Zug naht, die Schranken sozusagen geschlossen sind. Tag und Nacht sind die Mitarbeiter vor Ort, auch an Sonn- und Feiertagen.

Rund 450000 Euro hat die Bahn in den Bau der neuen Bahnübergangssicherungsanlage gesteckt. Der alte Bahnübergang entsprach nicht mehr den heutigen Anforderungen der Eisenbahn-Bau- und -Betriebsordnung (EBO). Im Rahmen des sogenannten Blinklichtprogramms wurde der Übergang deshalb ausgebaut. Darüber hinaus erhielt der neue Übergang eine moderne Lichtzeichenanlage mit Halbschranken, zudem wurde die Gleiseindeckung erneuert.

Darüber hinaus erfolgte die Anpassung des Bahnübergangs an die Breite der grundhaft ausgebauten Kreisstraße. Die neue Breite liegt nun bei sechs Metern. Die Inbetriebnahme des Bahnübergangs war für den 5. Dezember geplant. Doch die Inbetriebnahme verzögert sich. Um die neue Bahnübergangssicherungsanlage in Betrieb nehmen zu können, ist ein neuer Energieversorgungsanschluss notwendig. "Dieser konnte trotz unserer intensiven Bemühungen durch den zuständigen Energieversorger, die Avacon AG, nicht planmäßig Anfang November 2013 errichtet werden. Leider konnte uns der Energieversorger bis zum heutigen Tag noch keinen Termin für die Fertigstellung des Energieanschlusses nennen", heißt es in der Pressemitteilung der Deutschen Bahn AG. "Sobald die Stromversorgung hergestellt, geprüft und abgenommen wurde, werden wir die automatische Bahnübergangssicherungsanlage umgehend in Betrieb nehmen", teilt die Pressestelle weiter mit.

Die Volksstimme hakte beim Energieversorger nach und wollte wissen, wo es "klemmt". "Der Auftrag für den Stromanschluss der Bahnschranke liegt uns seit Mitte November von der Deutschen Bahn vor. Leider wurden jedoch die erforderlichen Genehmigungen für den Bau nicht erteilt, so dass wir mit den Arbeiten noch nicht beginnen konnten", antwortet Corinna Hinkel, Pressesprecherin der Avacon AG.

Für den neuen Anschluss sei die Verlegung von rund 130Metern Niederspannungskabel erforderlich. Die geplante Trasse, die kürzeste und wirtschaftlichste Variante, würde entlang der K 1163 und über ein privates Gewerbegrundstück verlaufen.

"Im Dezember erhielten wir die Ablehnung vom Straßenbauamt. Daraufhin fand ein Vororttermin mit Straßenbauamt, Gemeinde, Deutsche Bahn und Avacon statt. Mit der Deutschen Bahn stehen wir in Kontakt und planen derzeit mögliche alternative Trassenführungen. Dafür müssen wir dann ebenfalls die Genehmigungen der jeweiligen Grundstücksbesitzer einholen. Insofern ist die Aussage richtig, dass wir noch keinen Termin für die Errichtung des Stromanschlusses nennen können. Die Bahn kennt den Sachverhalt und weiß demzufolge auch, dass die Ursachen nicht bei uns liegen", erklärt Corinna Hinkel.

Konkret bedeutet dies aber auch, dass der Bahnübergang, den täglich zwischen 60 bis 70 Zügen passieren, weiterhin ebenso oft von Sicherheitsposten geschlossen und wieder geöffnet werden muss.

In diesem Zusammenhang fragte die Volksstimme nochmals bei der Bahn AG nach, um zu erfahren, welche Mehrkosten allein durch die Sicherheitskräfte entstehen. "Weil der Energieversorger den Starkstromanschluss nicht bis zur geplanten Inbetriebnahme der Bahnübergangssicherungsanlage Ende November bereitstellen konnte, entstehen monatliche Kosten für die ersatzweise Sicherung durch Posten in Höhe von etwa 18000 Euro", so die Aussage der Bahn-Pressestelle dazu.