Großes Getümmel herrschte am Sonnabend im Oschersleber Gymnasium. Mehrere hundert Besucher drängten sich zum Tag der offenen Tür durch die Gänge und in Klassenzimmer des Lehrgebäudes in der Bruchstraße.

Oschersleben l Durch das gesamte Gebäude sind die Töne von Klarinetten, Posaunen und Trompeten zu hören. Sie kommen aus dem Zimmer der Orchesterklasse. Der Raum ist gefüllt bis auf den letzten Platz. Hier stehen die Eltern und warten auf ihre begeisterten Kinder, meist Schüler der vierten Klasse in einer der umliegenden Grundschulen. Viele sind aber auch jünger. Alle vereint das Interesse am späteren Besuch des Gymnasiums und sie sind der Einladung der Schulleitung gefolgt, am Sonnabend doch schon einmal reinzuschnuppern.

Die Neugier ist riesengroß - aber auch der Fragenkatalog der Kleinen an die Pennäler. So lässt sich beispielsweise Laura Spey den Umgang mit der Trompete erklären - und darf dann sogar selbst einmal probieren. Lea Mauersberger und Laura Weber, beide lernen schon seit einigen Jahren am Gymnasium, stehen der Neunjährigen geduldig und mit viel Spaß Rede und Antwort. "Das hat sich ganz schön komisch angehört. War aber lustig", sagt Laura anschließend zu ihrer Mutter.

Auch im Chemiekabinett ist viel los. Hier sind die Bunsenbrenner angezündet, Reagenzgläser und andere Labor-Utensilien sind aufgebaut und ein ungewohnter Geruch liegt in der Luft. An einer Schulbank zeigt Daniel Terme aus der 10. Klasse, wie er bestimmte Stoffgemische mittels Hitze trennt. Robert Kelle schaut ihm dabei interessiert zu und scheint alle Informationen regelrecht aufzusaugen. "Das ist ziemlich cool, ich freue mich richtig auf\'s Gymnasium. Ab September werde ich auch hier sitzen", ist der neunjährige Blondschopf völlig begeistert.

Nahezu alle Fachkabinette laden zur Erkundungstour: Im Bioraum zeigen Modelle der menschlichen Organe oder Plakate über Pflanzen die Vielfalt der Lebewesen. Im Physikkabinett wird das Wunder des Fliegens und der Aufbau des Lichts erklärt. Außerdem zeigen Schüler im Geografiezimmer den Aufbau der Erde und im Französischkabinett werden die Besucher mit landestypischen Bonbons und Käse begrüßt. Im Computerkabinett sind die Rechner dicht umlagert, und im Kunstraum wird gezeigt, wie Linolschnitte entstehen. Die Teilnehmer der vergangenen Schüleraustausche mit Amerika sitzen im Englischraum und unterhalten sich über ihre Erfahrungen.

Wer den ausgiebigen Rundgang geschafft hat, stärkt sich in der Aula im unteren Stockwerk bei Kaffee und Kuchen. "Den haben die Eltern unserer Fünftklässler gebacken", erklärt Anke Hustedt.

Zuvor hatte die Lehrerin einen Auftritt mit ihrer Theatergruppe vor Kindern, die gerade in einer vierte Klasse lernen und ab dem nächsten Schuljahr das Gymnasium besuchen wollen. Zeitgleich hatte Schulleiter Bernd Malkowski rund 200 Eltern, Großeltern und weitere Gäste begrüßte. In seiner Willkommensrede verwies er auf das diesjährige Schulmotto "Unsere Kinder sollen rocken dürfen!". Mit den Worten "Wir können jederzeit beginnen, die Freude am Tun, Gestalten, Bewegen, am Schauen, Lauschen und Denken mit unseren Kindern in ihrer Kindheit zu gewinnen", hatte Malkowski für sein Gymnasium geworben.

 

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