Die Änderung der Friedhofssatzung haben die Altenweddinger Ortschaftsräte am Montagabend von der Tagesordnung genommen. Diskutiert wurde dennoch, denn die Pflege der Friedhöfe muss im Sülzetal generell neu organisiert werden, über die Zustände hagelt es nicht nur aus der Bevölkerung Kritik.

Altenweddingen l Eigentlich wollte morgen der Sülzetal-Gemeinderat hinsichtlich der Friedhofsproblematik und der nötigen Satzungsänderung in Klausur gehen. Doch die Tagung ist zugunsten der ebenso zu ändernden Regenwassersatzung verschoben worden. Die Gemeinderäte werden erst einmal zu dieser Satzung nochmals beraten, denn die Regenwassersatzung soll am kommenden Donnerstag, 20. Februar, nach mehreren gescheiterten Anläufen nun beschlossen und damit geändert werden. Doch die Änderung der Friedhofssatzung ist damit zwar verschoben, aber nicht aufgehoben.

Im vergangenen Jahr hat ein externes Büro bereits einen Änderungsvorschlag erarbeitet und dem Gemeinderat vorgestellt. Vor allem die ordentliche Erhöhung der Gebühren sorgte für Diskussionen. Zudem wurde die Frage aufgeworfen, wieso die Gemeinde gerade jetzt die Änderung der Friedhofssatzung anschiebt. Fakt ist, das Sülzetal muss vor allem die Friedhofsgebührensatzung ändern, denn diese hat längst das Verfallsdatum erreicht. Die letzte Änderung trat 2004 in Kraft, doch laut Kommunalabgabengesetz des Landes Sachsen-Anhalt ist alle drei Jahre die Gebührensatzung der Friedhöfe zu ändern. Da die Gemeinde in der Haushaltskonsolidierung ist, komme der Umstand noch hinzu, dass eine kostendeckende Gebühr zu erheben sei, was zu den vorgeschlagenen deutlichen Gebührenerhöhungen führen werde.

Nach der Vorstellung der neuen Satzung im Oktober des vergangenen Jahres hagelte es in vielen Orten des Sülzetals ordentlich Kritik. Viele kritische Worte fielen auch deshalb, weil die Sülzetal-Friedhöfe in einem schlechten Zustand seien. So lange sich daran nichts ändere, werde es wohl eine Akzeptanz für eine neue Friedhofssatzung mit deutlich höheren Gebühren in den Reihen der Räte und vor allem in der Bevölkerung kaum geben.

Am Montagabend fand eine Altenweddingerin im Ortschaftsrat deutliche Worte: "Der Friedhof ist ein Schandfleck!" Sie verwies auf die fehlende Pflege. Trockene Äste von den Bäumen landen auf den Gräbern, die Bürger hätten es satt, diese stetig zu beräumen. Auch würden die Container für den Müll nicht regelmäßig geleert, was dazu führt, dass der Müll vom Wind über den Friedhof verteilt wird. "Für die Gebühr, die die Bürger zahlen müssen, müssen sie auch eine entsprechende Leistung erwarten können", so die Altenweddingerin. Im vergangenen Jahr hatte die Gemeinde Sülzetal versucht, mit Hilfe von Pauschalkräften, die von April bis Ende Oktober auf den Friedhöfen eingesetzt waren, Herr der Lage zu werden und die Pflege der Friedhöfe zu verbessern. In den meisten Orten des Sülzetals wurden durchaus positive Effekte erzielt. Jedoch wurde vielerorts kritisiert, dass die Pauschalkräfte vor dem Laubfall abgezogen wurden und damit der "Pflegenotstand" auf den Friedhöfen erneut begann.

"Wir müssen die Pflege der Friedhöfe generell mit Hilfe des Bauhofes neu organisieren, denn wir werden uns die Pauschalkräfte in diesem Jahr nicht leisten können", machte Bürgermeister Jörg Methner deutlich. Er stellt sich vor, dass die Mitarbeiter des Bauhofes "geballt", also mit vereinten Kräften, Friedhof für Friedhof abarbeiten.

Mit der Änderung der Friedhofssatzung solle auch eine weitere Form der Bestattung auf der sogenannten "grünen Wiese" möglich werden. In die Grabanlage sollen Namensschilder eingelassen werden.