Seit Januar hat die Gemeinde Sülzetal einen Energiebeauftragten. Erste und wichtigste Aufgabe: Es gilt, sich einen Überblick über den Verbrauch von Wasser, Strom und Gas der gemeindeeigenen Gebäude und Einrichtungen zu verschaffen.

Sülzetal l In Klausur waren kürzlich Mitglieder des Finanzausschusses der Gemeinde Sülzetal gegangen. An diesem Abend drehten sich die Diskussionen unter anderem auch um Energiekosten, die in einem hohen Maße den Haushalt der Gemeinde belasten. In der Diskussion zu den Energiekosten wurde schließlich betont, die Gemeinde sollte im Bereich des Bauamtes einen Energiebeauftragten benennen, der nicht nur die Energiekosten im Auge behält, sondern auch Maßnahmen zur Kostensenkung vorschlägt.

Bauamtsleiter Fred Fedder muss der Finanzklausurtagung widersprechen, denn die Gemeinde hätte bereits mit Birgit Hecker jemanden, der die Aufgabe des Energiebeauftragten übernommen hat. Ihre neue "Neben"-Funktion ist allerdings dem Hauptamt zugeordnet. "Die in der Verwaltung bereits seit Januar eingerichtete Nebenfunktion ,Energiebeauftragter, wird nun allmählich mit Leben erfüllt. Das bedeutet konkret, dass die Mitarbeiterin zunächst dahingehend geschult werden soll, Energieeinsparpotenzial in den gemeindeeigenen Objekten zu erkennen und Lösungsvorschläge zu unterbreiten. Dafür gilt es natürlich erst einmal, den Ist-Stand in den Einrichtungen festzustellen und Vergleiche darzustellen", erklärt dazu Hauptamtsleiter René Kellner.

Hintergrund der Benennung eines Energiebeauftragten sei die Tatsache, dass die Landesenergieagentur (Lena) Sachsen-Anhalt Fördermittel für die Weiterbildung, aber auch für die Software, in Aussicht stellt. "Die Software könnte helfen, alle Bestände und die Verbrauchsdaten für Gas, Wasser und Strom der gemeindeeigenen Gebäude und Einrichtungen zu erfassen und statistisch zu bewerten. So kann dann festgestellt werden, wo wird gespart, wo gibt es Einsparpotenziale", erklärt Fred Fedder.

Er hat sich mit der Thematik ebenso befasst und weiß, dass Länder wie Thüringen und Sachsen in Sachen Energiesparen bereits deutlich weiter seien. Ihre Erfahrungen würden zeigen, dass Einsparungen von 20 bis 25 Prozent allein durch organisatorische Maßnahmen wie Änderung von Öffnungszeiten oder Nachtabsenkung von Anlagen erzielt werden können.

Das setzt allerdings voraus, dass sich die Gemeinde einen Überblick verschafft. "Unsere Gebäude sind teilweise bereits erfasst. Vor allem die Feuerwehren sind hier vorbildlich und füllen die vor bereits einigen Jahren geschaffenen sogenannten Pendelbögen aus. Das regelmäßige Ausfüllen und Auswerten dieser Bögen soll jetzt wieder stärker forciert werden. Nur so können wir die Daten erfassen, vergleichen und daraus Schlüsse ziehen", so Fred Fedder.

Ein weiteres Ziel in der Gemeinde Sülzetal soll zudem sein, ein Energiemanagement für Gebäude und Einrichtungen zu schaffen.

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