Rund 80 Gäste, knapp hundert Körbe und unmessbar viel gute Laune haben auch dem zwölften Plattdeutschen Kaffeeklatsch zum guten Gelingen verholfen. Das Tagesmotto des Trachten- und Brauchtumsvereins wurde zudem mit reichlich Stoff zum Schmunzeln und Staunen garniert.

Ummendorf l Zu Dutzenden hatten die Klatschgäste wie gewünscht Leichtholzbehältnisse aus früherer Zeit zusammengetragen. Unten im Foyer des Ummendorfer Sporthauses und oben im Veranstaltungsraum reihten sich Kleinode unterschiedlichster Machart, Funktion und Herkunft aneinander. Zwar waren die Körbe, Kiepen und Tabletts leer, aber in vielen von ihnen steckte ein kleines Stück Heimatgeschichte, oft geprägt von persönlichem Andenken.

So auch das besondere Flechtwerk, das die Ummendorferin Ingeborg Schenk mitgebracht hatte: eine Brotkiepe für Kinder und für die 72-Jährige ein liebes Quantum Kindheitserinnerung: "Auf dem Hof dort drüben haben wir gewohnt", zeigt Ingeborg Schenk durch die Panoramafenster auf das abgelegene Teichdamm-Grundstück hinter dem Festplatz. "Von dort bin ich als Kind immer mit der Kiepe ins Dorf gegangen, um Brot und anderes zu besorgen - als ältestes Kind war das meine Aufgabe, und weil acht Mäuler am Tisch saßen, war ich täglich unterwegs."

Auf ebensolche Exemplare und Episoden hoffte der Trachten- und Brauchtumsverein, als er für die zwölfte Ausgabe seines Plattdeutschen Kaffeeklatsches das Motto "Körbe und Kiepen" erkoren hatte. Das Ergebnis des Sammelsuriums konnte sich sehen lassen. Zwischen den klassischen Gefäßen fanden sich auch interessante Exponate wie Futterschwinge oder Picknickkorb. "Man ist doch immer wieder überrascht, wie weit so ein an sich einfaches Motto reichen kann", meinte Vereinsvorsitzende Kerstin Blume und verwies auf eins der Prachtstücke des Nachmittags, eine aufwändig geflochtene Wäschetruhe.

Über die kleine Ausstellung hinaus waren die passenden Wortbeiträge in plattdeutscher Mundart die große Bereicherung des Nachmittags, allen voran einmal mehr Ehrenmitglied Eva Brandt, die sich bis in die Steinzeit zurückreichende Gedanken über die Tradition der "Körwe" gemacht hatte. Und Gatte Hans präsentierte obendrein exotische Flechtkunst aus dem heutigen Namibia: "Das stammt noch aus der Kolonialzeit, dem damaligen Deutsch-Südwestafrika."

Was einen Korb auch in der Moderne zu einem überaus praktischen Utensil macht, brachte Eva Brandt so auf den Punkt: "En Korw steiht ook besser wie en Boomwullbüdel un veel besser wie ne Plastetute. Man mot ne bloot middenehm`n un nich de Huuse lijjen laaten."

 

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