Ab April 2015 sind Hochdruck-Quecksilberdampflampen als Leuchtmittel in den Straßenlampen nicht mehr erlaubt und sie werden auch nicht mehr gehandelt. In der Verbandsgemeinde Westliche Börde stehen an den Straßenrändern noch viele Lampen mit diesen veralteten Leuchtmitteln. Es besteht dringender Handlungsbedarf.

WestlicheBörde l Und diesen dringenden Handlungsbedarf gibt es in beinahe allen Ortsteilen. Das Gros der Straßenbeleuchtung besteht aus den sogenannten Hochdruck-Quecksilberdampflampen (HQL). Diese aber müssen ab April 2015 bestimmte Energieeffizienzklassen erreichen, ansonsten dürfen sich nicht mehr gehandelt werden. Damit ist ab diesem Zeitpunkt vorprogrammiert, dass diese Leuchtmittel nicht mehr zu haben sind. Eine Veränderung in der Straßenbeleuchtung sei somit zwingend und auch kurzfristig erforderlich. Aber Handlungsbedarf bestünde nicht nur bei den HQL-Leuchten. "Die Natriumdampfleuchten müssen ebenfalls in den nächsten Jahren gegen LED-Leuchtmittel ausgetauscht werden, weil sie hohe Stromkosten verursachen und nur eine geringe Lichteffektivität aufweisen", erklärt Katrin Otto, Sachgebietsleiterin Tiefbau der Verbandsgemeinde Westliche Börde.

Fördermittelanträge für vier Gemeinden gestellt

Die Verbandsgemeinde habe gleich für vier Mitgliedsgemeinden Fördermittelanträge gestellt, um die energetische Sanierung der Straßenbeleuchtung auf den Weg zu bringen.

In Großalsleben betrifft es die Siedlung Süd und die Lindenstraße. Insgesamt solle an 25 Lichtpunkten die HQL-Leuchte gegen LED ausgetauscht werden. Das würde Kosten in Höhe von 18000 Euro verursachen. Der Austausch der Leuchtmittel würde eine Energieersparnis von rund 2500 Kilowattstunden bringen.

In Krottorf im Hirtentor und in der L 80 / Schwanebecker Straße sollen die Natriumdampfleuchten ebenso durch LED ersetzt werden. Den veranschlagten Kosten von 18000 Euro stünde eine Energie- und damit Kostenersparnis von 1074 Kilowattstunden gegenüber.

In der Dorfstraße und am Dalldorfer Weg in Heynburg ist die Straßenbeleuchtung ebenfalls mit Natriumdampfleuchten ausgestattet. Bei einer Umrüstung der Leuchten mit LED-Leuchtmitteln müssten 14000 Euro als Kosten eingeplant werden. Eingespart werden 797 Kilowattstunden.

Ein dringender Handlungsbedarf bestünde auch in Kroppenstedt in gleich mehreren Straßen. Hier zwingen HQL-Straßenlampen in der Friedhofsstraße bis Hirtentor (13 Lichtpunkte), Hirtentor bis Rudolf-Breitscheidstraße (20 Leuchtpunkte) und weiter in der Rudolf-Breitscheidstraße bis zum Ortsausgang (sieben Leuchten) sowie im Birkenweg (sechs Leuchten) zur Ausstattung mit LED-Leuchtmitteln.

Ein weiterer Fördermittelantrag wurde für die Gemeinde Am Großen Bruch mit den Ortsteilen Hamersleben und Wulferstedt gestellt. In Hamersleben sollen insgesamt 31 Leuchtmittel in den Straßen Neuer Markt, Ottlebener Straße, Kirchplatz und Kirchstraße ersetzt werden. Im Ortsteil Wulferstedt bekommen in der Langen Straße 30 und in der Neuen Reihe fünf Straßenlampen neue Leuchtmittel.

Für insgesamt 33 Straßenlampen in Ottleben und Üplingen (der gesamte Ort) wurden ebenso Fördermittel beantragt, um die Leuchtmittel, hierbei handelt es sich um HQL-Leuchten und Natriumdampfleuchten, durch LED ersetzen zu können.

Bewilligungsbescheide liegen nicht vor

Ob der Verbandsgemeinde Westliche Börde für die energetische Sanierung der Straßenbeleuchtung tatsächlich Fördermittel zur Verfügung gestellt werden, ist momentan noch fraglich. Die Fördermittelanträge wurden im Februar 2014 gestellt. Bei einer Investitionssumme von 50000 Euro für Gröningen wurden 27300 Euro als Fördermittel beantragt. In Ausleben beläuft sich die Bausumme auf 10000 Euro, 5850 Euro Fördermittel könnten diese Summe entlasten. Für die Gemeinde Am Großen Bruch wurden insgesamt 11700 Euro Förderung beantragt, hier beläuft sich die Bausumme auf 21000 Euro. In Kroppenstedt sollen 27000 Euro in die energetische Sanierung der Straßenbeleuchtung gesteckt werden, 14750 Euro sollen die Haushaltskasse entlasten.

Auch wenn die Anträge auf Förderung bereits im Februar gestellt wurden, Bescheide habe die Verbandsgemeinde noch nicht erhalten. "Die Gemeinden werden dann trotzdem sanieren, aber in einem geringeren Maße", so Ines Otto.

Bei Straßenbauarbeiten in den vergangenen drei Jahren wurde in der Regel die Straßenbeleuchtung mit erneuert und LED-Leuchtmittel eingebaut, weiß Katrin Otto weiter zu berichten. Auch bei der Erneuerung der Straßenbeleuchtung im Zuge des Rückbaus von Freileitungen durch die Avacon, beispielsweise am Krottorfer Bahnhof, wurden LED-Leuchten eingesetzt. "Es ist darüber hinaus für die nächsten Jahre vorgesehen, bei Reparaturen oder Ausfall von Leuchten sofort auf LED umzurüsten. Aber: Im Zuge der energetischen Sanierung werden nicht nur die Leuchtmittel durch LED ersetzt. Wir handhaben es in der Regel so, dass die Glocken aus Kunststoff ebenso ausgestauscht werden, da sie sich im Verlauf der Jahre eingetrübt haben und sich die Leuchtkraft verringert hat. Es gibt Komplettsätze und diese kosten zwischen 200 und 300 Euro", erklärt abschließend Katrin Otto.