Im Oschersleber Wiesenpark, in den Parks von Peseckendorf und Klein Oschersleben oder gar im Hohen Holz sind derzeit 144 Männer und Frauen als Ein-Euro-Kräfte beschäftigt. Sie pflegen die Areale, erhalten oder reparieren Geschaffenes.

Oschersleben l Drei Jahre haben Bürgerarbeiter auch mit Hilfe von Fördermitteln aus dem europäischen Leader-Programm den denkmalgeschützten Pe-seckendorfer Schlosspark umgestaltet. Als die Bürgerarbeit auslief, war allen klar, dass die Arbeit hier weitergehen müsse, das Geschaffene erhalten werden muss. Und tatsächlich wurde der Park nicht wieder in einen Dornröschenschlaf versetzt, sondern seit einigen Monaten sind Männer und Frauen in sogenannten Arbeitsgelegenheiten, besser als Ein-Euro-Kräfte bekannt, dabei, die neu geschaffenen Wege und das umgestaltete Parkgelände zu erhalten.

"Es ist heute weitaus schwieriger, derartige Maßnahmen zu installieren. Und doch werden sie nach wie vor gerade in der strukturschwachen Region wie Oschersleben gebraucht", erklärt der zuständige Teamleiter Peter Krause des Oschersleber Jobcenters. Erst recht, da es Männer und Frauen gibt, die auf Grund von gegebenen Vermittlungshemmnissen wie unzureichende Qualifikation oder fehlendem Führerschein nur eingeschränkt mobil sind und so nur schwer in Lohn und Brot auf dem ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden können, wie Peter Krause verdeutlicht. Mit Hilfe der Arbeitsgelegenheiten können sich die oftmals Langzeitarbeitslosen erstmals wieder bewähren, bekommt ihr Tag wieder eine Struktur.

Der Beschäftigungsausschuss des Jobcenters entscheidet über die Projekte für Arbeitsgelegenheiten. Hier sind strenge Kriterien zu erfüllen. Es müssen zusätzliche Arbeiten und dürfen keine Pflichtaufgaben der Kommunen sein.

Unter diesem Gesichtspunkt wurden im Frühjahr dieses Jahres verschiedene Projekte überwiegend im grünen Bereich in Zusammenarbeit mit der Stadt Oschersleben und dem Träger der Maßnahmen, der Arbeitsförderung, Beschäftigung, Strukturentwicklung (ABS) Drömling, aus der Taufe gehoben.

Im Peseckendorfer Schlosspark wie auch im Klein Oschersleber Park werden Baum- und Strauchschnittarbeiten von den Männern und Frauen erledigt und somit die Wege freigehalten.

"Gut kam ein Projekt an, welches wir gemeinsam mit der Tafel initiiert haben - Bedürftige produzieren für Bedürftige."

Peter Krause

"Im Hohen Holz sind etliche Schutzhütten in die Jahre gekommen, sie werden aufgearbeitet, um sie zu erhalten. Das Gleiche trifft auch für Bänke und andere Sitzgelegenheiten zu", so Peter Krause. Futterkrippen für die Tierfütterung oder Nistgelegenheiten für die Vögel werden repariert oder neu geschaffen. Wald- und Zugangswege würden ebenso von den Ein-Euro-Kräften instand gesetzt. Die sogenannte Haselnussplantage von Altbrandsleben werde ebenso renaturiert, alte Bäume werden durch ortstypische Laubbäume ersetzt.

Gut kam ein Projekt an, welches wir gemeinsam mit der Tafel initiiert haben. In den Oschersleber Kleingartenanlagen "Storchshöhe", "Vor dem Bruch" und "Zukunft" wurden brachliegende Flächen von Langzeitarbeitslosen bewirtschaftet, Obst und Gemüse angebaut und unter dem Motto "Bedürftige produzieren für Bedürftige" an die Oschersleber Tafel geliefert. Auch am Aller-Harz-Radweg sowie am Telegrafenradweg sind die Arbeitskräfte am Werk, um die Wege frei zu halten. Im Übrigen werden auch Radwegweiser neu aufgestellt oder instand gesetzt. Etliche Männer und Frauen sind im Oschersleber Wiesenpark und im Knochenpark eingesetzt. Sie pflegen den Naturlehr- und den Tastpfad, reparieren Bänke und Sitzgruppen sowie Wegweiser. Zeitweise waren ebenso im Oschersleber Freibad Ein-Euro-Kräfte eingesetzt.

Über Oschersleben hinaus profitieren der Schlosspark Harbke, Schulen sowie Sozial- und Gesundheitseinrichtungen oder die Verkehrswacht in Völpke vom Einsatz der Ein-Euro-Kräfte.

Ursprünglich sollten die Maßnahmen zum 30. November auslaufen. "Doch wir haben noch finanzielle Mittel und denken bereits über weiterführende Maßnahmen ab dem 1. Dezember nach", so der Teamleiter.

Das wäre ganz im Sinne der Stadt Oschersleben, wie Baubetriebsamtsleiter Steffen Czerwienski verdeutlicht.