Mit einer Besichtigung der Kindertagesstätte Großalsleben haben die Mitglieder der Schul- und Sozialausschusses der Verbandsgemeinde Westliche Börde ihre jüngste Sitzung begonnen. Im Mittelpunkt der weiteren Beratung stand der Haushaltsplan für 2015.

Großalsleben l Der neue Schul- und Sozialausschuss der Verbandsgemeinde Westliche Börde möchte wissen, worüber er redet. Und deshalb geht er auf Reisen. Sprich, die Mitglieder treffen sich zu ihren Sitzungen nicht im Rathaus, sondern in den Einrichtungen, für die der Ausschuss zuständig ist. Nachdem die erste Sitzung im September in der Gröninger Kindertagesstätte stattgefunden hatte, war nun Dienstagabend die Kindertagesstätte in Großalsleben der Tagungsort für Ausschussvorsitzende Eva Stroka, deren Mitstreiter sowie Verbandsgemeindebürgermeisterin Ines Becker, Kämmerin Jutta Oberhack und Hauptamtsleiterin Nicole Schliebener.

Und in der Tagesstätte sind die Ausschussmitglieder sowie die Verwaltungsmitarbeiter zu Beginn von Erzieherin Heidrun Dreiling und deren Kolleginnen Claudia Schemmel und Renate Krüger durch die Räume geführt worden. Die Gäste haben in den zwei Etagen gesehen, wo die 17 Kindergarten-, 12 Kinderkrippen- und 7 Hortkinder betreut werden, wo sie spielen, essen, schlafen, Hausaufgaben erledigen oder auch gewickelt werden und zur Toilette gehen.

"Ahnengalerie" zeigt frühere Kita-Gruppen

Dabei haben die Ausschussmitglieder und Mitarbeiter der Verwaltung nicht nur eine ihrer Meinung nach "für alle Bedürfnisse der Kinder gut ausgestattete und gut eingerichtete" Tagesstätte mit beispielsweise einer neuen Wickelkommode oder auch einer Hochebene als eine Art Rückzugsmöglichkeit gesehen. Zudem waren die Besucher beispielsweise von der "Ahnengalerie", also von den vielen Fotos früherer Kita-Gruppen angetan und haben unter anderem erfahren, dass derzeit bei den Mädchen und Jungen der Großalsleber Einrichtung Puzzle ganz hoch im Kurs stehen.

Haushaltsplan für das nächste Jahr behandelt

Um so etwas wie ein Puzzle ist es in dieser Vor-Ort-Sitzung des Schul- und Sozialausschusses auch nach dem Rundgang gegangen. Nämlich um den Haushaltsplan der Verbandsgemeinde für das Jahr 2015. Speziell um die Posten, die einen Schul- und Sozialausschuss betreffen. Und ohne am Ende per Abstimmung dem Verbandsgemeinderat eine Empfehlung gegeben zu haben, schienen sich die Ausschuss-Mitglieder einig zu sein, dass bei den Kosten, die im Etat-Entwurf für die sieben Kindertagesstätten aufgeführt sind, keine Kürzungen möglich sind.

So dass wohl aus dieser Richtung keine Hilfe zu erwarten ist, um das derzeitige Haushaltsentwurf-Defizit von etwa 344000 Euro ausgleichen zu können. Ein Defizit, das nach Aussagen von Verbandsgemeindebürgermeisterin Ines Becker unter anderem zu Stande gekommen ist, weil das Land der Verbandsgemeinde etwa 100000 Euro weniger für die Erledigung von übertragenen Landesaufgaben überweist, weil das neue Kindertagesstättenförderungsgesetz ungefähr 80000 Euro Mehrausgaben mit sich bringt und weil zudem eine im vergangenen Jahr ausgehandelte Tariferhöhung für den öffentlichen Dienst im nächsten Jahr Mehrkosten zur Folge habe.

Ausgleich nur durch eine höhere Umlage möglich

So dass das besagte Defizit nur über die Erhöhung der von den vier Mitgliedskommunen Gröningen, Kroppenstedt, Ausleben und Am Großen Bruch zu zahlenden Verbandsgemeindeumlage ausgeglichen werden könne, wie Ines Becker sagte. Um wieviel sich die Umlage erhöhen müsste, hänge vor allem davon ab, ob der Verbandsgemeinderat im nächsten Jahr an vorgesehene Investitionen festhalten möchte oder nicht.