90 Jahre nach seiner Gründung hat das ohnehin von Wachstum geprägte Börde-Museum Burg Ummendorf mal wieder eine Entwicklungsschwelle überwunden. Zumindest mit einem Bein. Bei der Jubiläumsfeier am Montagabend wurde deutlich, dass die Einrichtung auch in Zukunft eine wichtige Rolle in der Kulturlandschaft der Region einnimmt.

Ummendorf l Für Anlässe wie diesen bräuchte es in der Projektplanung "Weiterentwicklung und Neustrukturierung" noch den Punkt Empfangssaal. Denn für das enorme Besucheraufkommen am Montagabend war der gediegene Festraum der Burg eine ganze Nummer zu klein. Gut 40 Gäste hatten einen Sitzplatz ergattern können, der größere Teil musste während des 40-minütigen Jubiläumsempfangs mit dem Flur und den Nebenräumen Vorlieb nehmen. Die Museumsfreunde nahmen`s gern in Kauf, und spätestens mit Eröffnung der Sonderausstellung "Spuren des Museums" zerstreute sich die geballte Besucherschar in den neu geschaffenen Räumen.

Landrat Hans Walker (CDU) ging in seiner Festrede insbesondere auf die Errungenschaften ein, mit denen das Börde-Museum stetig verschönert und funktionell verbessert wurde. So erinnerte er an die Bauten, die das Antlitz des Burg- und Museumsgeländes heute wesentlich kennzeichnen, darunter die Landtechnikhalle (1988), das zum Garten- und Infopavillon sanierte Lusthaus (2001), die aus Oschersleben gerettete und rstaurierte Gartenlaube (1998-2002) und die Sonnensegel im Innenhof (2006).

"Und noch recht frisch aus dem vergangenen Jahr steht die bislang größte Investition über rund 600000 Euro zu Buche, die zugleich eine zukunftsträchtige ist", betonte Walker. Landrat und Kreistag würden "trotz komplizierter werdender Bedingungen" ihrer Verantwortung gerecht werden. "Aber", mahnte Walker an, "es kommt jetzt auch auf die Intelligenz unserer Mitarbeiter an, dafür Wege in Zeiten knapper Kassen zu finden." Das Zusammenspiel zwischen privaten Sponsoren und öffentlicher Hand sei dabei "ein wichtiges Kriterium".

Für die burgbesitzende Gemeinde Ummendorf erklärte Bürgermeister Reinhard Falke: "Das altehrwürdige Museum ist in Bewegung. Dass wir überhaupt soweit gekommen sind, verdanken wir ganz besonders den beiden ehemaligen Leitern Heinz Nowak und Thomas Ruppel, die insgesamt mehr als zwei Drittel des Bestehens hier gewirkt und entwickelt und dem Museum zu einem guten Namen verholfen haben. Und ich sehe dem 100. Geburtstag optimistisch entgegen."

Glückwünsche überbrachte auch Dr. Gabriele Köster, Leiterin des Kulturhistorischen Museums Magdeburg. Sie merkte an, dass der 90 Jahre alte "Jubilar bei bester Gesundheit" ist, eine "kontinuierliche Erfolgsgeschichte" schreibt und sich in einer "Aufbruchstimmung wie ein 18-Jähriger" befindet. "Wir als größeres Museum sind keineswegs immer die Gebenden gewesen, sondern konnten uns auf den Partner Ummendorf stets verlassen", dankte Köster für die gegenseitige Unterstützung.

"Burgherrin" Nadine Panteleon schließlich hob die Mitarbeiter und das Umfeld hervor: "Das Museum ist mehr als andere durch seinen Bau geprägt und zieht nicht zuletzt daraus seinen besonderen Reiz. Hier ist ein erfahrenes Team tätig, zum Teil seit 30 Jahren und mehr. Diese Verbundenheit spürt man, und sie hat mir den Einstieg hier sehr erleichtert." Mit Bedacht habe man für die hauseigene Sonderausstellung auch die Schlagworte "Werden, Wachsen, Wirken" gewählt, prägnanter könne man die 90 Jahre Börde-Museum kaum ausdrücken.

Informationen zu Burg, Museum und Veranstaltungen auf www.boerde-museum-burg-ummendorf.de

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