Der Kloster Gröninger Heimatforscher Ralf Staufenbiel ist mit dem mitteldeutschen Historikerpreis "Ur-Krostitzer Jahresring 2014" ausgezeichnet worden. Dieser Tage ist der 2. Teil seines Heimatbuches erschienen.

KlosterGröningen l Ein Blick in das heimische Arbeitszimmer von Ralf Staufenbiel zeugt von vielen Stunden Arbeit und Recherche des Kloster Gröninger Heimatforschers und Ortschronisten. Jede Menge Unterlagen, Notizen und Fotos sowie zahlreiche Bücher, Aktenordner und Papierstapel spiegeln hier das Wirken des geschichtsinteressierten Bürgers wider und lassen nur einen Bruchteil von Stunden erahnen, die der heutige Pensionär in diesem Zimmer verbracht hat.

Mitten auf dem Schreibtisch liegt das nagelneue Kloster Gröninger Heimatbuch Teil 2 und wartet mit 432 Seiten, 870 Fotos und gut 50 weiteren historischen Abbildungen auf seine neugierige und interessierte Leserschaft. Nicht nur die Kloster Gröninger dürften ein Interesse an diesem Buch haben, denn viele überregionale Themen werden sicher auch andere Leser neugierig machen.

Nachdem Ralf Staufenbiel im Jahre 2012 sein erstes Heimatbuch erfolgreich auf den Markt gebracht hatte, ließ ihn der Heimatforschervirus nicht mehr los. Was er mit der aufwändigen Geschichtsrecherche in die vergangenen Jahrhunderte von Kloster Gröningen auf den Weg brachte, sollte mit dem Druck des ersten Heimatbuches nicht so einfach zu Ende sein. Viele neue Erkenntnisse, unzählige offene Fragen und die Faszination der Historie seiner Heimat ließen Ralf Staufenbiel nicht zur Ruhe kommen und seine Aufarbeitungen bis in die heutige Zeit und in überregionale Gebiete hinein als "sein Lebenswerk" festhalten.

Band 1 ist eine Zeitreise durch die Dorfgeschichte

Im Band 1 seines Heimatbuches beschäftigte sich Ralf Staufenbiel mit einer umfangreichen Aufarbeitung einer ganzen Sammlung von Puzzleteilen anderer Heimatforscher, Wissenschaftler sowie Zeitzeugen und schuf mit seinem Werk eine erste zusammenhängende Zeitreise durch die Kloster Gröninger Dorfgeschichte. Er dokumentierte die Zeugnisse der Vergangenheit in einem einzigen Buch, beschrieb dabei neben der überaus interessanten Geschichte der Kloster Gröninger Kirche auch das Brauchtum im Ort, gab Einblicke in die Geologie des Ortes, beschrieb umliegende Erdfälle, Bodewiesen und vieles mehr. Er beleuchtete das Leben der Klosteraner während der Kriegszeiten, die Nachkriegsentwicklung, Landwirtschaft und Versorgung bis in die heutige Zeit hinein.

"Der Teil 2 des Heimatbuches liegt nun vor und ergänzt noch fehlende Themen des ersten Teiles", erzählt Ralf Staufenbiel, der in den zurückliegenden Jahren sehr viel Herzblut in dieses Buch gesteckt hat und mit seinen Aufgaben und Zielen gewachsen ist. Dabei musste er feststellen, dass man mit zunehmendem Alter viele Dinge des Lebens mit anderen Augen sieht und viel intensiver wahrnimmt, als im Kindesalter.

Hauptaugenmerk auf die Bördelandschaft gelegt

Das Hauptaugenmerk hat der Heimatforscher und Hobbyfotograf im zweiten Teil seines Buches auf die Darstellung der typischen Bördelandschaft, der Bode-Niederung und den schwachen Ausläufern des nördlichen Harzvorlandes gelegt, die allesamt mit dem kleinen Ort Kloster Gröningen und seinen Einwohnern in Verbindung stehen und insbesondere der Lebensraum seltener Tier- und Pflanzenarten sind.

In vielen Bildvergleichen, Karten, alten Bauzeichnungen und Fotos der Alt- und Neuzeit dokumentiert er einen Kulturlandschaftswandel, wie es ihn in unserer Region in dieser Form noch nicht gibt. Ralf Staufenbiel beschreibt in seinem zweiten Band neben zahlreichen Ortsansichten und Luftaufnahmen auch die Entwicklung von alten Handwerkskünsten, damaligen und neuen Unternehmen, zählt Kloster Gröninger Gaststätten mit ihren geschichtsträchtigen Hintergründen auf, verweist auf einstige und heutige Verkehrswege, die interessante Geschichte der Postzustellung, der Geschichte der Gröninger Kleinbahn, der Feldbahn sowie das umfangreiche Thema der Kloster Gröninger LPG. Er erinnert auch an wichtige Persönlichkeiten, Kindereinrichtungen, Vereine und das Feuerlöschwesen sowie überregionale Themen, wie beispielsweise die Ziegelei oder das Kieswerk bei Nienhagen.

Allein auf 46 Seiten widmet sich der Autor des Buches der 1075-Jahrfeier im Jahr 2011. So wurden fast alle Teilnehmer und Gäste des Umzuges im Bild festgehalten.

Aufwand von etwa 10000 Arbeitsstunden

"Dieses Heimatbuch ist so konzipiert, dass es den gegenwärtigen Lebensraum und unsere Kulturlandschaft für die Zukunft `einfrieren` soll. So weiß man auch noch in 100 oder 200 Jahren, wie wir in unserem Heimatdörfchen Kloster Gröningen gelebt haben und welche Persönlichkeiten es prägten", so Ralf Staufenbiel.

Mit einem Aufwand von rund 10000 Arbeitsstunden, einem stets wachsamen Auge im Zeitgeschehen und dem immer geladenen Fotoapparat mit großer Speicherkarte war es sein Ziel, die Zeugnisse der Kloster Gröninger Geschichte in eine Zeit zu übermitteln, an der er und seine Mitstreiter wohl nicht mehr teilhaben werden.

Sein Dank geht dabei an die Klosteraner Sabine Koch, Marlen Eisemann, Winfried Walter und Uwe Reinhardt, die ebenfalls viele Stunden ihrer Freizeit opferten. Sie glichen die Wissenslücken des zugezogenen Deesdorfers Ralf Staufenbiel aus, korrigierten seine Texte, korrigierten und ergänzten fehlendes Bildmaterial. "Ohne dieses Helferquartett und den vielen älteren Dorfbewohnern, die noch Erinnerungen aus der `guten, alten Zeit` hatten, wären die Heimatbücher nicht in dieser Vollkommenheit erschienen", so der Autor, der sich ganz besonders über den gelungenen Bucheinband, gestaltet vom ehemaligen Gröninger Uwe Reinhardt, freut.

Am 9. Dezember wurde Ralf Staufenbiel zur Preisverleihung des mitteldeutschen Historikerpreises "Ur-Krostitzer Jahresringes 2014" nach Leipzig eingeladen und dort als Sieger in der Kategorie Ortsgeschichte ausgezeichnet.

Mit ihm zusammen wurden auch Sabine Koch, Marlen Eisemann, Winfried Walter und Uwe Reinhardt geehrt, die mit Ralf Staufenbiel als Autor allen interessierten Lesern nicht nur einen sicheren Blick in die Vergangenheit ihres eigenen Heimatdorfes, sondern auch über die Kreisgrenzen hinweg erlauben.

Der zweite Teil des Heimatbuches steht jetzt der Öffentlichkeit zur Verfügung und kann in den Buchhandlungen Oschersleben, Halberstadt, der Touristinformation Oschersleben, im Geschäft Tausend kleine Dinge in Gröningen und beim Autor gekauft werden.