Besuch aus Indien haben die Mädchen und Jungen der Gröninger Friedrich-Hoffmann-Grundschule empfangen. Seit 2012 unterstützt die Schule ein Hilfsprojekt für indische Kinder. Zuvor hat sie in Afrika den Bau einen Brunnens mitfinanziert und beteiligt sich auch Jahr für Jahr an der Aktion "Weihnachten im Schuhkarton".

Gröningen l 75 Weihnachtspäckchen haben die Mädchen und Jungen der Gröninger Friedrich-Hoffmann-Grundschule vor knapp einem Monat für bedürftige Kinder gepackt. 50 Päckchen gingen in die Oschersleber Tafel und 25 in die Halberstädter Wärmestube. Da und dort war die Freude groß.

Doch beschränken die 109 Gröninger Grundschüler und ihre Lehrer ihr soziales Engagement nicht nur auf Hilfsbedürftige in ihrem Umfeld. Schon seit vielen Jahren engagieren sie sich auch für die ärmsten Regionen der Welt. Vor allem in Afrika und Asien.

Mit Asien hatte es auch angefangen. Und zwar im Jahr 2004, als sich die Gröninger Grundschule an der Spendenaktion für die Tsunami-Opfer in Indonesien und anderen Anlieger-Staaten des Indischen Ozeans beteiligte.

Es folgte Jahr für Jahr die Teilnahme an der Hilfsaktion "Weihnachten im Schuhkarton" und 2009 dann ein ganz konkretes Projekt. Anlässlich der Gröninger 1075-Jahr-Feier hatten alle Schüler und Lehrer unter Regie der Religionslehrerin Jaqueline Manthey das Musical "Wassertropfenweltreise" mit dem Ziel einstudiert, den Auftrittserlös nach Kenia zu schicken. Und zwar für den Bau eines Brunnens auf dem Gelände eines Kinderheims. 1098 Euro waren seinerzeit zusammengekommen, der Brunnen wurde gebaut.

Um Geld für ein weiteres Hilfsprojekt zusammenzubekommen, ist dann erneut ein Musical geprobt und aufgeführt worden. Diesmal war es das Stück "Rucky Reiselustig in Indien", das abermals alle Mädchen und Jungen der Schule einstudiert haben, nachdem sie sich über Indien und das Leben in diesem Land informiert hatten. Gut 700 Euro hatten ihre Musical-Besucher vor zwei Jahren beim Schulfest in den Spendentopf getan, die für den Bau eines Wasseraufbereiters in einer südindischen Kindereinrichtung verwendet worden sind.

Wie schon beim ersten Projekt, war auch jetzt wieder der evangelische EC-Jugendverband der Partner der Gröninger. Über ihn sind die Verbindungen nach Kenia und Indien hergestellt worden. Dieser Verein sorgt auch dafür, dass die Gröninger Kinder informiert werden, was aus den Hilfsprojekten geworden ist. So war beispeisweise der EC-Mitarbeiter Thomas Kröck im März 2012 in Gröningen, um über den Brunnenbau in Kenia zu berichten und nun Gerhard Wiebe, um den Kindern mitzuteilen, ob es in Indien mit dem Wasseraufbereiter geklappt hat.

Sehr zur Freude der Schüler hatte der Leiter der EC-Indienhilfe seine indischen EC-Ansprechpartner Dr. Peter Sethu und dessen Frau Esta Sethu mitgebracht. So dass Florian, Max und alle anderen Kinder der Klassen 1 bis 4 quasi aus erster Hand über das Leben in Indien, vor allem über das der indischen Kinder informiert wurden. Und was sie da zu hören bekamen, das stimmte sie schon sehr nachdenklich.

Denn wie Peter Sethu beispielsweise berichtete, gibt es in diesem Land mit 1,2 Milliarden Einwohnern sehr viel arme Kinder, die froh seien, wenn sie zwei Mahlzeiten am Tag bekommen. "Damit es diesen Kindern einmal besser geht als deren Eltern, brauchen sie eine gute Schulbildung", sagte Peter Sethu und sprach davon, dass mehr als 40 Prozent der Inder gar nicht oder nur sehr schlecht Lesen und Schreiben können. "Eine gute Schulbildung ist die einzige Chance, um später ein gutes Leben führen zu können", so der indische EC-Mitarbeiter. Weshalb die EC-Jugend auch Förderprojekte für Schulen und andere Kindereinrichtungen in Indien auf den Weg bringen würde.

Dass diese Organisation dabei auch von der Gröninger Grundschule unterstützt wird, "freut uns sehr. Dafür möchten wir uns recht herzlich bedanken", sagte Peter Sethu, dem die Gröninger auch diesmal wieder eine Spende mit auf den Weg gegeben haben. Gut 200 Euro waren in der Spendenbüchse, die Max aus der 1. Klasse Peter und Esta Sethu übergeben hat.

"Das ist der Erlös der jüngsten Papiersammlung unserer Schüler", sagte Schulleiterin Karola Rozanski und kündigte gemeinsam mit Religionslehrerin Jaqueline Manthey an, dass die Gröninger Schule auch in Zukunft Hilfsprojekte unterstützen werde. Zudem ist jetzt geplant, dass Gröninger Schüler der 3. und 4. Klasse Briefkontakt mit gleichaltrigen indischen Kindern aufnehmen. "Wir sind schon dabei, das zu organisieren und würden uns sehr freuen, wenn dabei richtige Brieffreundschaften entstehen", so Karola Rozanski und Jaqueline Manthey.