"Mit dir möchte ich nicht verheiratet sein", sagen die Schauspieler Jaecki Schwarz und Wolfgang Winkler in ihrem gleichnamigen Buch. 17 Jahre bestimmten sie als "Herbert Herbert" die Krimireihe "Polizeiruf 110". Im "La Palma" plauderte das beliebte Duo am Sonntag aus dem Nähkästchen.

Vielbaum l "Willkommen zum Volkshochschulkurs `Wie beende ich eine Beziehung?`", begrüßte Jaecki Schwarz die erwartungsfrohen Gäste. "Du warst der Dicke", stellte Schwarz gleich klar mit Blick zu Winkler. Ihre erste Begegnung fand am Gartenzaun statt, aber das war nur im Hallenser "Polizeiruf" so als Schmücke und Schneider. Tatsächlich kennen sie sich seit dem Film "Ich war 19" (1969), in dem Schwarz die Hauptrolle spielte. Natürlich hätte Winkler fast denselben Part bekommen. Immerhin war ihm der Filmanfang vergönnt, "aber dann wurdest du gleich erschossen", stänkerte Jaecki Schwarz grinsend. "Das hätte auch ein Kleindarsteller gekonnt", wollte Winkler klein beigeben, das wollte wiederum Schwarz nicht so stehen lassen. Bis zum legendären Krimi-Team dauerte es noch verschiedene Projekte. Mal synchronisierten sie lallend einen sowjetischen Film, mal gaben sie nacheinander Hermann Kants Quasi Rieck. Allerdings hob Schwarz hervor, dass ihm wegen seines mecklenburgischen Ursprungs der Dialekt aus Rövershagen besonders lag.

"Die jetzt hier, die nimmste aber"

Derweil bekam Winkler viel Lob wegen seiner ernsthaften Darstellung. Nicht, dass ein falscher Eindruck entsteht, Winkler kann auch schießen. So bemerkte er, sein Kollege hätte nur mit dem Stück in Berlin gastiert, weil er empfohlen hatte: "Nehmt doch den Schwarz! Der ist gar nicht so schlecht."

Ende der 70er Jahre durften die sich so köstlich kabbelnden Herren in der siebenteiligen DEFA-Serie "Gefährliche Fahndung" erstmals als kriminalistisches Duo auftreten. Da wurde die Türkei noch von Jugoslawien gedoubelt. 1995 dann "Kurklinik Rosenau" in Wiesbaden, Hauptrolle Winkler, Nebenrolle Schwarz. Beim "Polizeiruf 110" war es umgekehrt. Ja, der Schwarz würde es schon mit dem Provinzschauspieler versuchen. Dabei hätte Winkler jetzt in Schwänken aufleben können, ein echter Hallenser Star. Den entschlussfreudigen Schwarz möchte er heute nicht missen, hatte er ihm doch seine Frau zu verdanken. "Die jetzt hier, die nimmste aber!" hatte jener seinerzeit gedrängt. Na, Winkler zögere ja schon bei der Speisekarte. Vor, zurück, in der Zwischenzeit verstirbt der Kellner...

Nun mal etwas privater: Wie gehen die zwei mit ihrem Bekanntheitsgrad um? "Niemand ergreift diesen Beruf, um unerkannt zu bleiben", gab Schwarz zu. Er isst aber gern in Ruhe und wird ungern in Ägypten gefragt: "Was kost`n hier der Kaffee, Herr Schwarz?" Er gesteht zudem, nach seinem Kollaps im Theater, der ihn den Mauerfall verschlafen ließ, Rotwein gegen Kirschsaft eingetauscht zu haben.

Er lässt es inzwischen ruhiger angehen. Mit Winkler drückte er den Drehbüchern seinen Stempel auf. Letztlich teilten sie einen Wohnwagen. Eine WG käme aber trotzdem nicht in Frage. Winkler mit seinem Sportfernsehen! Dafür gibt´s doch Fußballkneipen. Aber Schwarz mit seinem Faible für Ein-Euro-Läden. Auch nicht viel besser.

Ach, sie hätten im "Polizeiruf 110" noch gern weitergefrotzelt. Die letzten Folgen mit 7,5 Millionen und 9,5 Millionen Zuschauern gaben ihnen Recht. "Wir werden euch vermissen", verabschiedete auch Irmgard Speck vom Seniorenrat Vielbaum die beiden anerkennend.

Ein Wiedersehen mit alten Postkarten

Im Quiz bewiesen Doreen Emme-Thies aus Falkenberg und Wolfgang Amelung aus Staffelde, dass sie einiges über ihre Fernseh-Lieblinge wissen. In der Autogrammstunde überraschte die Seehäuserin Carola Neubauer Jaecki Schwarz mit zwei Karten, die der Schauspieler 1967 und 1969 dem jungen Fan und ihrer Freundin geschrieben hatte. Darin bedankte er sich für deren Post und lud die beiden zu einer Theatervorstellung nach Magdeburg ein. Schon damals liebte er Füllfederhalter.

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