Krumke l Ein kleines Jubiläum erlebte jüngst im Kavaliershaus Krumke der nunmehr 15. Naturkundliche Abend, der unter der Schirmherrschaft des "Förderverbandes Elbtalaue" stand.

Diese Veranstaltung fand in der Vergangenheit fast immer in der Parkgaststätte in Schönberg statt und erreichte Besucherzahlen im hohen zweistelligen Bereich. Weil aber mit Jahresbeginn die Gaststätte ihren Betrieb einstellte, wurde ein neuer Veranstaltungsort gesucht, bei dem auch die gastronomische Versorgung gewährleistet werden kann. Da der Organisator, Dr. Thoralf Schaffer, seinen neuen Wohnsitz in Krumke hat, trat er mit der Gaststätte im Kavaliershaus in Verbindung. Nach erfolgreicher Absprache sollen auch die künftigen Veranstaltungen, die immer im März stattfinden, dort durchgeführt werden.

Seine Befürchtungen, dass die Stammzuhörerschaft aus dem Bereich Seehausen ausbleiben könnte, waren unbegründet. Knapp 80 an naturkundlichen Themen interessierte Bürger fanden sich wieder ein. Damit war aber auch die Kapazität des Raumes erreicht. Damit jeder der Besucher einen optimalen Blick auf die projizierten Daten hatte, wurden erstmals zwei parallel, synchron laufende Beamer eingesetzt.

Chemiker berichtet über Rückstände in der Elbe

Damit störte der Stützpfeiler im Zentrum der Gaststätte nicht mehr den Blick auf das projizierte Geschehen. Bei den ersten beiden Themen stand das Wasser im Mittelpunkt. Über die Fischfauna und Rückstände in der Elbe von Magdeburg bis Wittenberge berichtete der Stendaler Chemiker Dr. Fritz Voigt. In seinem Vortrag stützte er sich auf die Ergebnisse aus den vergangenen 20 Jahren, wobei in seinem Bericht die Untersuchungsergebnisse von Friedemann Gohr vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft einflossen. Die verwendeten Daten sind in der Broschüre "Fischarten und Fließgewässer in Sachsen-Anhalt, Teil I Die Fischarten" 2012 nachzulesen.

Um eine mögliche Allianz zwischen Naturschutz, Landwirtschaft und Wasserwirtschaft, speziell bei der Wasserrückhaltung im Einzugsgebiet der Elbe, berichtete Eckart Krüger von der Karl-Kaus-Stiftung, die in der Region unter anderem die teilweise Renaturierung des Zehrengrabens voranbrachte und bei vielen Vernässungsprojekten zum Schutz der Artenvielfalt Präsenz zeigte. Ausgehend von der Klimaänderung mit extremen Niederschlägen und langen Trockenperioden und dem steigenden Wasserbedarf in Ballungsgebieten ergibt sich die Frage, wo Wasser "geparkt" werden kann. Wasserbindende und wasserrückhaltende Projekte in vier Bundesländern an der Elbe gerieten in dem Vortrag in den Fokus.

Zahl der Wisente muss erhöht werden

Den Abschluss der geplanten Themen bildete ein Lehr-und Informationsfilm zur Bedeutung der wechselvollen Geschichte der Wisentzucht von den Anfängen bis heute. In dem Streifen erfuhren die Besucher, dass den Zusammenbruch der Wisentpopulation weltweit nur 54 Tiere überlebten, von denen nur zwölf zur Zucht geeignet waren. 1923 setzen intensive Rettungsbemühungen ein. Heute gibt es Dank intensiver Zuchtbemühungen wieder weltweit circa 3000 dieser Tiere.

Zur Verbesserung der genetischen Situation ist es unbedingt notwendig, nicht nur ihre Zahl zu erhöhen, sondern auch ihre Verbreitung auf der nördlichen Erdhalbkugel zu fördern. Dieses Ziel hat sich der Förderverein Wisentzucht im Wisentreservat Damerower Werder auf seine Fahnen geschrieben. Wie dessen Arbeit aussieht, erfuhren die Besucher auf interessante Weise in dem Film. Im Anschluss gab es noch die Gelegenheit, mit den Referenten und dem Organisator ins persönliche Gespräch zu kommen.

Ein Dank soll dem Team der Gaststätte ausgesprochen werden, das trotz der Beengtheit an diesem Abend seine Aufgaben vorbildlich erfüllte. Der nächste Naturkundliche Abend ist am gleichen Ort für den 20. März 2015 vorgesehen.

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