Die Anwohner der Neuen Straße in Meseberg lehnen einen grundhaften Ausbau der Fahrbahn einmütig ab. Das wurde am Montagabend im Bauausschuss deutlich. Von der zuvor beabsichtigten Empfehlung, Planungsleistungen für diese Anliegerstraße zu beauftragen, nahmen die Politiker daraufhin Abstand.

Meseberg/Osterburg l Selten war der Sitzungsraum im Keller des Verwaltungsgebäudes zu einer Beratung des Bauausschusses so sehr gefüllt wie am Montagabend. In großer Zahl waren Anwohner der Neuen Straße in Meseberg erschienen. In übereinstimmenden Meinungsäußerungen und mit einer Unterschriftensammlung (32 Anwohner haben sich dort eingetragen) stellten sie klar: Die Anwohner lehnen einen Ausbau der Neuen Straße ab. Dass sich die betreffenden Meseberger auch zukünftig mit dem zumindest in Teilen reparaturbedürftigen Zustand des Kopfsteinpflasters arrangieren wollen, hängt vor allem mit der befürchteten Bürgerbeteiligung an den Baukosten zusammen.

Nach einer ersten, sehr oberflächlichen Schätzung könnte die Erneuerung der Straße rund 421000 Euro kosten. Die würden sich nach den Planspielen der Einheitsgemeinde aus Fördermitteln, einen finanziellen Eigenanteil der Kommune und eben den Ausbaubeiträgen zusammensetzen, die die an die Neue Straße angrenzenden Grundstückseigentümer zu zahlen hätten. Bei diesen Beiträgen geht die Einheitsgemeinde nach einer ersten groben Veranschlagung von insgesamt 134000 Euro aus.

Ortsgremium dachte an Reparatur

Mehrere Bauausschuss-Mitglieder äußerten sich am Montagabend überrascht über die deutliche Ablehnung. Schließlich handelt es sich bei dem Vorhaben um eine erste Maßnahme aus der gerade erst beschlossenen Prioritätenliste, die sich aus den "Wunschvorhaben" der einzelnen Ortsteile zusammensetzt. Mesebergs Ortsbürgermeisterin Helga Beckmann stellte aber klar, dass der Ortsrat eigentlich Reparaturarbeiten und keinen grundhaften Ausbau angemeldet habe. Dies bestätigte der Bauausschuss-Vorsitzende Matthias Lenz. Der Meseberger ist wie Beckmann Mitglied im Ortschaftsrat seines Heimatdorfes.

Nach der nunmehr wiederholten Beantragung einer Reparatur besonders schadhafter Stellen sei in der Verwaltung aber der Entschluss gereift, die 1934 gebaute und seit den 60er Jahren nicht mehr grundhaft sanierte Straße komplett auf Vordermann zu bringen. Bauausschuss-Mitglied Wilhelm Rehhagen teilte die Ansicht der Verwaltung. Bürgermeister Nico Schulz warb ebenfalls für einen grundhaften Ausbau. Schulz verwies auf die Wertsteigerung der angrenzenden Grundstücke, die sie bei einer Erneuerung der Straße erfahren würden. Und er stellte sozialverträgliche Varianten wie beispielsweise eine Stundung bei der Bezahlung etwaiger Ausbaubeiträge in Aussicht. Gleichwohl äußerte der Bürgermeister aber auch Verständnis für die Meinung der Anwohner. Ähnlich empfanden viele Ausschussmitglieder. Die strikte und einhellige Ablehnung des Ausbaus durch die betroffenen Meseberger führte am Montagabend dazu, dass die Empfehlung zur Vergabe von Planungsleistungen von der Tagesordnung genommen wurde.

Erst einmal soll sich der Meseberger Ortschaftsrat auf seiner Sitzung am Dienstag, 22. April, noch einmal mit dem Vorhaben befassen. Und auch wenn sich der Bauausschuss am 5. Mai bei einem Vor-Ort-Termin ein eigenes Bild vom Zustand der Fahrbahn machen will, dürfte die Meinung des Ortschaftsrates den Ausschlag dafür geben, ob die Straße ausgebaut wird oder nicht. Gegen den Willen der Meseberger Ortspolitiker soll es diese Investition nicht geben, herrschte im Bauausschuss Konsens.