Rund 80 Weidfrauen und Weidmänner der Jägerschaft Osterburg trafen sich am Freitag im Jagdsaal des Forsthauses Barsberge zu Jahreshaupt-und Wahlversammlung. Abordnungen aus den 13 Hegeringen des Altkreises Osterburg vertraten die 393 Mitglieder des Vereins

Barsberge l Zum Auftakt warteten die Eichenbläser Geestgottberg-Beuster mit Verstärkung von Bläsern aus anderen Gruppen mit der "Begrüßung" auf. Als Gäste wurden unter anderem Kreisjägermeister Günter Scheffler, Kerstin Kießling von der unteren Jagdbehörde des Landkreises, Amtstierarzt Dr. Thoralf Schaffer und der Seehäuser Bürgermeister Detlef Neumann begrüßt.

Nach einer Schweigeminute für die drei verstorbenen Mitglieder nahm der Vorsitzende Dieter Smyrek das Wort. Eingangs betonte er, dass er den Eindruck hat, dass der Nabu alle Register ziehen möchte, um den Jägern das Leben so schwer wie möglich zu machen." Der Naturschutzbund zielt ähnlich wie der BUND auf eine grundlegende Veränderung der Jagdgesetzgebung ab. Die Jagdgesetze müssen auf den Prüfstand und sollen unter ökologischen und ethischen Kriterien novelliert werden."

Übergangsfrist für neue Munition gefordert

Mit Unverständnis reagierte Smyrek auf die Forderung, die Jagdzeiten für Schalenwild drastisch zu verkürzen. Gerade in der Zeit der größten Wildschäden, zum Beispiel im Mais, soll die Jagd auf Wildschweine ruhen. Das widerspreche einem modernen Wildtiermenagement in jeder Hinsicht.

Eine Lanze brach der Vorsitzende auch für die effektive, flächendeckende, uneingeschränkte Bejagung der zumeist dämmerungs- und nachtaktiven Beutegreifer wie Waschbär, Fuchs, Marder und Marderhund.

Zum Einsatz von bleihaltiger Munition bezog er folgende Position: "Wir lehnen ein flächendeckendes Verbot von dieser Munition aus Gründen des Tierschutzes und der Sicherheit weiterhin ab. Wir fordern für Alternativmunition eine angemessene Übergangszeit."

Zum "Stillhalteprogramm Wolf" der Landesregierung wurde betont: "Wenn nicht genau festgeschrieben wird, wie groß eine Wolfspopulation in Deutschland sein darf und wann der Wolf auf die Liste der jagdbaren Tiere kommt, ist so ein ausgehandeltes Konzept nutzlos." Kritik wurde auch zur fast 500-prozentigen Beitragserhöhungen für die Berufsgenossenschaften laut. Klagen, auch aus der Osterburger Jägerschaft, liegen an.

Weitere Inhaltspunkte des Berichtes bezogen sich auf Fragen der Lebensmittelhygenie, Probenuntersuchungen, Gesamtabschuss, Hundewesen, Mitgliederbewegungen und Bläsergruppen.

Ausbildung ist nur gemeinsam effizient

In der anschließenden Diskussion stand das Thema der gemeinsamen Ausbildung der Jungjäger mit der Jägerschaft Stendal im Vordergrund. Verhärtete Fronten wichen wohl einer Einsicht, dass nur eine weitere gemeinsame Ausbildung des Jägernachwuchses effizient sein kann. Kritische Worte musste sich der Vorsitzende anhören, was seinen gelegentlichen Umgang mit den Mitgliedern anbelangt. Lobende Worte gab es dafür zu den Aktivitäten einiger Mitglieder hinsichtlich der Renovierung des Jagdzentrums Barsberge.

Die anschließende Vorbereitung und Durchführung der Vorstandswahl gestaltete sich gelinde gesagt turbulent und zeitintensiv. Ein vorheriger Blick in die Satzung des Vereins, wo das Wahlprozedere festgeschrieben steht, hätte vorher erfolgen sollen.

Nach gut drei Stunden Versammlung stand dann das Ergebnis fest. Vorsitzender bleibt Dieter Smyrek. Seine Stellvertreter sind Gerhard Platz und Dirk Matz. Schatzmeister ist Lothar Hensch, und die Funktion des Schriftführers obliegt Dirk Fürst.

Außerhalb des Vorstandes wurden Heiko Ploewka zum Hundeobmann und Lars Falke zum Obmann für das jagdliche Schießen gewählt.

Nach den Ehrungen (mehr in einer nächsten Ausgabe) folgte vom Amtstierarzt noch ein Beitrag zu Gefahren durch die afrikanischen Schweinepest mit Hinweisen für Jäger.

 

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