Wahrenberg l Um sich ihrer potenziellen Wählerschaft vorzustellen - obwohl keiner der drei Vertreter gänzlich unbekannt sein dürfte -, luden sie am Montagnachmittag zu einem Pressegespräch ein. Als Treffpunkt hatten Radtouristikerin Susanne Bohlander, Landschaftsarchitekt Norbert Krebber und Physiotherapeut David Elsholz das Café "Anne Elbe" neben dem Elbdeich am Rande des Storchendorfes Wahrenberg auserkoren.

Umweltschutz und Tourismus voranbringen

Der idyllische Ort am Elbradweg in Sichtweite des Stromes mitten im Grünen machte in doppelter Hinsicht klar, was den drei Kandidaten besonders wichtig ist: Umweltschutz und Tourismus. Einseitig ist das keineswegs. Denn beide Begriffe stehen für Nachhaltigkeit und lassen sich mit vielen anderen Themen von Wirtschaft und Energieversorgung über Existenzgründungen sowie Infrastruktur bis zur Seniorenbetreuung oder Schulentwicklungsplanung koppeln.

Das macht auch der Flyer deutlich, mit dem die drei derzeit "für ein lebendiges Seehausen mit Zukunft" werben. Neben überregionalen Themen, wie Energiewende, Hochwasserschutz, Radwegenetz oder dem Ausbau der B 189 statt der Verlängerung der A14, die die Kommunalpolitik auf der untersten Stufe der demokratischen Leiter nicht direkt beeinflussen, aber zumindest Druck ausüben kann, wie es Norbert Krebber formuliert, stehen auch viele lokale Punkte auf der grün gehaltenen Agenda. Diese bezieht allgemeine Punkte wie die Unterstützung ehrenamtlicher Aktivitäten zur Unterstützung der Mobilität auf dem Land oder ein Mehr an Bürgerbeteiligung ebenso ein wie die Sicherung von Kulturangeboten und wohnortnahe Ärzteversorgung, den Erhalt landwirtschaftlicher Betriebe in der Region als Gegengewicht zu industriellen Tierfabriken, benennt mit der Verbesserung des Seehäuser Bahnhofumfeldes, der Einführung eines Ratsinformationssystemes via Internet, einer Einwohnerfragestunde zu Beginn der Ratssitzung oder der Staffelung der Kita-Beiträge nach dem Elterneinkommen auch ganz konkrete Ziele, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Gebürtige Altmärker sind die Kandidaten mit rheinland-pfälzischen, nordrheinwestfälischen und Berliner Wurzeln alle drei nicht, aber meist schon viele Jahre in der Region zu Hause, was auch die Kandidatur im Stadtrat Seehausen sowie den Gemeinderäten Aland und Altmärkische Höhe erklärt.

Dass "Zugezogene" der Region guttun, lässt sich an vielen Beispielen aus Ehrenamt und Wirtschaft belegen. Und auch die drei Bündis-Grünen sind der Meinung, dass sich mit den kleinen und im wahrsten Sinn des Wortes natürlichen Pfunden vor Ort, die Einheimische mitunter gar nicht mehr als etwas besonderes wahrnehmen, künftig noch besser wuchern lässt.