Erste berufliche Erfahrungen sammelten die Schüler der Klassenstufe 7 der Sekundarschule Goldbeck in dieser Woche in der Berufsbildungsakademie "Altmark" (BBA), Standort Osterburg. Die Mädchen und Jungen beteiligen sich an dem Projekt Brafo, das der Berufsorientierung dient.

Goldbeck/Osterburg l Früh orientiert sich, wer einmal den Beruf erlernen möchte, der auf ihn zugeschnitten ist. So könnte man das Anliegen des Projektes Brafo ("Berufswahl richtig angehen, frühzeitig orientieren") in Kurzform beschreiben. Es wurde vom Land Sachsen-Anhalt und der Bundesagentur für Arbeit vor sieben Jahren ins Leben gerufen und hat sich bewährt.

"Die Schüler sammeln in unserer Einrichtung an insgesamt vier Unterrichtstagen erste praktische Erfahrungen in unterschiedlichen Ausbildungsberufen", erklärt Claudia Klinke, Sozialpädagogin bei der BBA und bereits seit drei Jahren die verantwortliche Brafo-Projektbetreuerin für die Sekundarschule Goldbeck. Gemeinsam mit den Klassenleiterinnen Saskia Doberstein und Grit Hesse sowie den BBA-Ausbildern sorgt sie für einen reibungslosen Ablauf der verschiedenen Praktika.

Intensive Vorbereitung bereits in der Schule

Intensive Vorbereitungen auf die Praxistage liefen bereits im Vorfeld in der Schule. Im Mittelpunkt bei den Praxistagen standen diesmal die Berufsgruppen und Berufe Metallbau, Büro und Verkauf, Maurer, Gesundheit und Soziales sowie Küche und Restaurant. "In der Berufsgruppe Gesundheit und Soziales haben sich die Kinder zunächst mit den einzelnen Berufen beschäftigt - zum Beispiel mit den Pflegeberufen, der Physiotherapie, aber auch mit dem Beruf des Erziehers. In der Praxis wurden dann beispielsweise gegenseitig Verbände angelegt", erklärt Grit Hesse. Und Saskia Doberstein ergänzt: "Im Bereich Erziehung haben die Schüler unter anderem Spiele für Drei- bis Vierjährige kennengelernt. Dann wurde erörtert, was die Kinder dabei lernen." Im Bereich Büro und Verkauf galt es unter anderem, Waren in Regale zu räumen und den Umgang mit einer elektronischen Kasse zu lernen. Außerdem entwarfen die Schüler selbst ein Werbeplakat für ein bestimmtes Produkt. In der Lehrküche bereiteten sie unter Anleitung schmackhafte Gerichte wie Hähnchengeschnetzeltes mit passenden Zutaten zu. Außerdem lernten die Kinder Grundlagen der Dekoration wie zum Beispiel des Serviettenfaltens.

Fleißig gewerkelt wurde in der Metallwerkstatt. Dort wurden aus Stahl-Rohlingen in Handarbeit Spielwürfel hergestellt. Auf den Umgang mit der Feile und Schleifpapier kam es dabei ebenso an wie auf präzises Bohren. Ebenso emsiges Treiben herrschte in der Maurerwerkstatt, wo jeder Schüler nach einer Einführung eine Ecke zu mauern hatte.

BBA-Betreuerin angetan von den beiden Klassen

Alle Schüler durchliefen in den vier Tagen alle Stationen. Damit wurde auch sichergestellt, dass sich die Mädchen auch einmal in Berufen umsehen, die als Männerdomäne gelten und umgekehrt. Von den Siebt-klässlern der Sekundarschule Goldbeck zeigte sich die Projektbetreuerin angetan. "Es sind zwei ganz tolle Klassen. Alle Schüler sind arbeitsbereit, engagiert und fleißig. Und es herrscht eine sehr gute Zusammenarbeit. Das kann man nicht von allen Schulgruppen sagen."

Das Brafo-Projekt ist so angelegt, dass die Schüler unter realistischen Ausbildungsbedingungen arbeiten. Eigenschaften wie Teamfähigkeit, Einsatzbereitschaft und respektvoller Umgang werden bewertet. So können die Beteiligten selbst einschätzen, ob ihnen der jeweilige Beruf liegt, ob sie vielleicht bei einem Praktikum weitere Erfahrungen sammeln möchten oder sich doch eher für einen anderen Beruf entscheiden würden.

Ein besonders positiver Aspekt des Modellprojektes Brafo: Die Schüler haben in den Ferien die Möglichkeit, ein Betriebspraktikum zu absolvieren. Auch hier können sie auf die Unterstützung durch die BBA zählen. Zum Schluss werden Teilnahmezertifikate und vielleicht sogar Empfehlungen ausgehändigt.

 

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