Was wirklich heiß ist, das spürten am Sonnabend rund 40 Kameraden der Feuerwehren der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck am eigenen Leib. Sie nahmen an einer Ausbildung im Brandcontainer teil.

Arneburg l Im Auftrag der Verbandsgemeinde (VG) Arneburg-Goldbeck machte der Brandcontainer einer Firma aus Barby bereits zum dritten Mal Station am Feuerwehrgerätehaus in Arneburg. In diesem zu einem "Feuerhaus" ausgebauten Sattelauflieger galt es speziell für die Atemschutzgeräteträger aus der VG eine Ausbildung unter realitätsnahen Bedingungen zu absolvieren. Diesmal beteiligten sich daran die Kameraden der Wehren aus Arneburg, Werben, Behrendorf, Goldbeck, Bertkow, Iden, Eichstedt, Rochau und Lindtorf. "Es hätten sich noch mehr angemeldet, aber die Kapazität ist begrenzt. Der Ausbildungstag geht von 8 bis zirka 14.30 Uhr. Mit 20 Durchläufen á zwei Kameraden ist die Zeit voll ausgenutzt", erkäutert Janet Gruber, Sachbearbeiterin für Brandschutz im Ordnungsamt der VG Arneburg-Goldbeck.

Sie ist davon überzeugt, dass die Ausbildung im Brandcontainer eine sehr wichtige Angelegenheit ist. "Alle Atemschutzgeräteträger sollten diese absolvieren und von Zeit zu Zeit wiederholen. Die Kameraden kommen hier mit Feuer und großer Hitze unmittelbar in Verbindung. Zudem werden von der Geräuschkulisse her Bedingungen geschaffen, die auch das Mentale herausfordern", weiß die Sachbearbeiterin. "Man muss den Kameraden nach dieser rund 20-minütigen Tortur nur einmal ins Gesicht schauen, dann erahnt man, was sie da durchmachen. Kurzum, es geht bis an die Belastungsgrenze."

Jeweils zwei Kameraden in voller Montur bestiegen die "Flammenhölle" vom Dach des Containers aus, der eine voranschreitend und den Schlauch mit Spritze haltend und der andere den Schlauch ziehend und führend.

Temperaturen von 150 bis über 200 Grad

Schon beim Hinabsteigen über die Metalltreppe gilt es, von oben aus einen heftig lodernden Brandherd zu löschen. Erst danach kann es weitergehen in den ebenfalls brennende Flur und daran angrenzend in einen Raum, wo weitere Flammen lodern und von den Kameraden zu löschen sind. "Je nachdem wie erfolgreich die Leute die Brandherde bekämpfen, herrschen im Inneren des Containers zwischen 150 und über 200 Grad Celsius; in unmittelbarer Nähe der Flammen noch höhere Temperaturen. Klar, dass diese Hitze allmählich durch die Schutzkleidung dringt. Entsprechend groß ist die körperliche Belastung für die Feuerwehrkräfte", erklärt Ralf Hankewitz, der von einem Bedienpult aus die "Flammenhölle" im Container regelt - mit Blick durch eine Feuerschutzscheibe zu den Kameraden, die innen kämpfen.

Schreie von Kindern über Lautsprecher

Er sorgt über ein Lautsprechersystem auch für eine entspechende Geräuschkulisse im Containerinneren. So hört man es vielfach laut krachen und knacken. Sogar Schreie von Kindern sind zu hören. Das soll den Kameraden einen Eindruck von dem verschaffen, was wirklich passieren kann, wenn es beispielsweise in einem Wohnhaus brennt. Hankewitz beobachtet alle Handlungen der Akteure und gibt im Bedarfsfall lautstark Anweisungen. Er kann auch bereits gelöschte Brandherde plötzlich wieder auflodern lassen - Schrecksekunden für die Feuerwehrleute. Sie müssen sich jeweils zwischendurch auch bis zur Treppe zurückziehen und die Stellung wechseln, sodass auch der zweite Kamerad mit der Spritze die Brandbekämpfung üben kann.

Nach rund 20 Minuten heißt es endlich Rückzug. Die Kameraden können ihre schweißdurchtränkten Schutzanzüge und Atemschutzmasken ablegen und sich kurz ausruhen. Anschließend wird der Übungseinsatz gemeinsam mit Ralf Hankewitz ausgewertet.

Für Janet Gruber ist klar: "Die Ausbildung im Feuercontainer ist zwar eine kostspielige Angelegenheit. Es muss immer wieder neu entscheiden werden, ob die Mittel dafür eingestellt werden sollen. Ich bin aber davon überzeugt, dass es gut angelegtes Geld ist."

   

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