Unterhaltungsverbände spielen eine wichtige Rolle bei der Pflege der Kulturlandschaft. Vor allem Kommunen und Landeigentümer beziehungsweise Landwirte schauen den Verantwortlichen auf die Finger - einmal im Jahr sogar ganz offiziell auf Einladung des zuständigen Zweckverbandes.

Seehausen l Beim Unterhaltungsverband Seege-Aland mit Sitz in Seehausen ging die jährliche Gewässerschau, die mit Grabenschau fast treffender umschrieben wäre, in den vergangenen Mai-Tagen in vier Etappen über die Bühne. Bei der Streckenführung hatten die ehrenamtlichen Schaubeauftragten ein Mitspracherecht. Letzteres wurde in diesem Jahr aber selten eingefordert, weil das Interesse an der Besichtigung der Gewässer zweiter Ordnung, die sich in der Zuständigkeit der Unterhaltungsverbände befinden, allgemein nicht sonderlich groß war, merkte Geschäftsführer Klaus-Peter Meißner in seiner Zusammenfassung kritisch an.

Die Mängel - diese festzustellen, ist ein wichtiges Ziel der Aktion - sind oft nicht neu und lassen Parallelen zu Deichschauen erkennen.

Gehölze behindern die Pflegearbeiten

So bildeten auch in diesem Jahr überhängendes Gehölz und Gebüsch einen Schwerpunkt in der Mängelliste. In der auch steht, dass Baumpflanzungen an der Böschung teils die Pflegearbeiten behindern.

Ein allgemeines Problem ist laut Protokoll das Nichtbeachten des Randstreifens auf dem Ackerland. In der Folge kommt es insbesondere auf sandigen Böden zu Böschungsabbrüchen, was teure Befestigungsmaßnahmen nach sich zieht. Zu hohe Fahrgeschwindigkeiten bei der Bodenbearbeitung begünstigen zudem Eintrag von Bodenbestandteilen in die Grabensohle, was die Verlandung beschleunigt.

Außerdem ermahnen die Grabenwächter die Landwirte, wenn sie vor allem im Frühjahr Furchen zur Entwässerung ihrer Nutzflächen ziehen, dabei die Böschungen nicht zu verletzen beziehungsweise diese wieder instand zu setzen. Außerdem weisen sie darauf hin, dass die besagten Rinnen wegen des zu erwartenden Bodeneintrages und der Verlandungsgefahr nicht unmittelbar vor einem Durchlass in den Graben einmünden dürfen.

Aber auch in Wohngebieten stellten die Verantwortlichen einige Mängel fest. Den dort dient die Grabenböschung nämlich häufig als Lagerplatz für Laub und Schnittgrün, was die Böschungen instabil macht und für zusätzliche Einträge ins Gewässer sorgt.

Durch das Hochwasser 2013 begann die Krautung der Hauptvorfluter schon sehr zeitig. Deshalb wurden die betroffenen Gräben im Herbst ein zweites Mal vom Aufwuchs befreit. Das betraf im vergangenen Jahr im Einzugsgebiet Gewässer in einer Länge von rund 220 Kilometern.

Überflüssige Brücken am besten abreißen

Obwohl den Vertragspartnern des Verbandes allgemein einen ordentliche Arbeit bei der Grabenpflege bescheinigt wird, wurden Stellen ausgemacht, an denen sich eine Grundräumung nötig macht, um den Wasserabfluss zu gewährleisten. Überdies registrierten die Schaubeauftragten ein paar verlandete und an öffentlichen Wegen auch ein paar beschädigte Durchlässe oder Grabenquerungen, die den Durchfluss von Oberflächen- und Sickerwasser behindern. Bei den Brückenbauwerken, so Meißner, ist zu überdenken, welche nicht mehr benötigt werden und ganz und gar abgerissen werden könnten.