Der Blumenstrauß des Monats, den die Volksstimme und die Kreissparkasse Stendal zusammen regelmäßig vergeben, geht im Juni an die Leiterin des IB-Jugendfreizeitzentrums Seehausen, Cornelia Feger.

Seehausen l Der Internationale Bund (IB) feierte dieser Tage sein 20-jähriges Engagement im Altkreis Osterburg. Cornelia Feger ist seit mittlerweise zehn Jahren eine feste und vor allem verlässliche Größe bei der Nachwuchsbetreuung vor Ort. Seit gut drei Jahren leitet die Boockerin das Jugendfreizeitzentrum (JFZ) in Seehausen. Und das offenbar mit großer Anerkennung durch die Kinder und Jugendlichen, aber eben auch durch ihre Vorgesetzten und die Kommune, die das Projekt finanziell unterstützt.

"Ich wollte nie etwas anderes machen"

Für die 51-jährige Mutter zweier Kinder und zweifache Oma ist die pädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ein Traumjob. "Ich wollte nie etwas anderes machen", lässt die gelernte Kindererzieherin, die nach der Wiedervereinigung ihre staatliche Anerkennung absolviert hat, durchblicken. Sie vergisst allerdings auch nicht, dass bis zum beruflichen Wiedereinstieg Geduld gefragt war, weil ihre Qualitäten nach dem Geburtenknick nicht mehr so nachgefragt waren wie zu DDR-Zeiten.

Was sie an der Arbeit im früheren Haus der jungen Techniker so mag, ist die Abwechslung beim Umgang mit ihrer Klientel, die vom sechsjährigen Erstklässer bis zum jungen Erwachsenen reicht - laut Betreiberkonzept bis 27 Jahre. Manchmal schauen sogar noch ältere vorbei, meint sie schmunzelnd mit Blick vor allem auf Seehäuser, die früher selbst einen großen Teil ihre Freizeit in dem Objekt an der Lindenstraße verbracht haben und aufgrund guter Erfahrungen inzwischen ihre eigenen Kinder vorstellen.

Der Unterschied zu Schulen und Tagesstätten ist, dass die Kinder und Jugendlichen während der üblichen Öffnungszeiten des JFZ (montags bis donnerstags von 13 bis 21, freitags bis 22 Uhr und 14-tägig sonnabends von 15 bis 22 Uhr) im Grunde kommen und gehen können, wie sie lustig sind. Weisungen begrenzen sich auf das Hausrecht. Da sind besondere Kniffe zum Lenken der 30 bis 50 Mädchen und Jungen (im Winter mal mehr, im Sommer mal weniger) gefragt, die durchschnittlich täglich im JFZ vorbeischauen. Und die nicht nur kommen, um sich die Zeit nach der Schule meist bei Sport, Spiel oder bei Feiern zu vertreiben, sondern bei Bedarf vor Ort auch Hausaufgaben erledigen, Hilfe beim Bewerbungsschreiben brauchen oder mit ganz persönlichen Problemen bei Cornelia Feger und ihren Mitstreitern vorsprechen.

Für viele ist sie fast ein bisschen Mutterersatz

Während sie die meisten Besucher Cornelia Feger als cool oder kumpelhaft bezeichnen würden, obwohl es beim respektvollem "Sie" bleibt, attestiert ihr der Seehäuser Bürgermeister Detlef Neumann, eine Menge Herzblut in die Arbeit mit den Kindern und Jugendliche zu stecken, bei der nicht der Blick auf die Uhr den Feierabend festlegt. "Für viele Hausbesucher ist sie fast ein bisschen Mutterersatz. Ich finde es schön, dass sie den Blumenstrauß des Monats bekommt", so das Stadtoberhaupt.

Fegers Chef, der Leiter des IB-Ausbildungszentrums in Magdeburg, Gerald Bache, lobt an seiner Kollegin den direkten Draht zu den Jugendlichen, denen sie auf Augenhöhe begegne. Außerdem schätzt er ihr Organisationstalent und ihre Beharrlichkeit, was sich sowohl im Wochenprogramm als auch im Zustand der Einrichtung widerspiegele.