Das Wasser in der Elbe im Norden des Landkreises stieg auch gestern noch an. Morgen wird am Pegel Wittenberge der Hochwasserscheitel voraussichtlich mit 7,30 Meter erwartet. Bereits am Mittwochnachmittag wurde das Alandabschlussbauwerk an der Elbemündung bei Wanzer geschlossen, damit sich nur noch das Alandwasser anstaut und nicht der große in den kleinen Strom drückt. An der Biese zeigt der Rückstau bislang keine Wirkung. Im Gegenteil: Während der Alandpegel hinter Seehausen täglich stieg, stagnierte die Biese da nicht nur, sondern zog sich gestern sogar wieder etwas ins Flussbett zurück.

Osterburg. "Wir haben in die Trickkiste gegriffen, und – wo es geht – an unseren Gewässern Staue geschlossen, um in den nächsten Tagen soviel wie möglich von den Fluten zurückzuhalten", ließ Flussbereichsleiter Hans-Jörg Steingraf vom Landesamt für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft gestern auf Nachfrage der Volksstimme wissen. An der Uchte zwischen Osterburg und Stendal wurden zum Beispiel vier Wehre geschlossen. Das aufgestaute Wasser ergieße sich jetzt vor allem auf landwirtschaftlich genutzte Flächen. Und: Auch wenn dafür die Unterhaltungsverbände zuständig sind – an den vielen Gräben des Einzugsgebietes könnte laut Steingraf bei Bedarf noch einiges mehr zurückgehalten werden.

Auch wenn die Uchte unterhalb von Osterburg in die Biese mündet, macht sich der Schachzug bemerkbar. Beim Umfluter an der Wassermühle war gestern sogar wieder Land zu sehen. Was sicher auch die Anlieger etwas aufatmen ließ, die als erste nasse Füße bekommen würden. Im Osterburger Hochwasserplan, so Bürgermeister Hartmuth Raden, gelte sonst die Region östlich der Bahnschienen als gefährdet – jedenfalls, wenn die Elbdeiche nachgeben würden. Außerhalb der Stadt wäre vor allem Dobbrun bei steigendem Hochwasser ein Sorgenkind.