Seit April ist in der Hansestadt Werben und in der Gemeinde Altmärkische Wische das "Bürgermobil" im Einsatz. Der grüne VW-Bus mit ehrenamtlichen Fahrern steht für Menschen bereit, die selbst eingeschränkt mobil und für die Bewältigung bestimmter Wege auf Hilfe und Unterstützung angewiesen sind.

Werben l"Das Angebot wird schon gut angenommen. Derzeit übernehmen wir durchschnittlich fünf bis sechs Fahrten pro Woche. Und der Bedarf steigt", bilanziert Gisela Hilscher vom Verein "Nachbarschaftshilfe", dem Träger des Projekts, nach nunmehr gut einem Vierteljahr, in dem das Bürgermobil für diesen Zweck zur Verfügung steht.

Das Klientel der Nutzer ist sehr unterschiedlich. "Manchmal melden sich bei uns kleine Gruppen, Ehepaare oder Einzelpersonen, die sich zum Beispiel zu Seniorenveranstaltungen fahren lassen wollen. Überhaupt ist der Fahrdienst bereits wichtig für ältere Menschen geworden, die wir unter anderem zu Arzt- und Behördebesuchen bringen. Auch zu Einkaufsfahrten war das Mobil bereits im Einsatz - für Personen, die bei diesen Wegen auf aktive Unterstützung angewiesen sind", erklärt Hilscher. Der jeweilige Fahrer kann dann meistens auch vor Ort bleiben, um die Rückfahrt zu ermöglichen.

Auch jüngere Menschen und Kinder sind Nutzer

Das Angebot werde aber nicht nur von älteren oder mobilitätseingeschränkten Menschen genutzt. In bestimmten Fällen könnten auch jüngere Leute den Fahrdienst nutzen. "Außerdem bringen wir Kinder zu Freizeitaktivitäten, wo sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur sehr schwer hingelangen könnten. Zum Beispiel zum Reiten nach Krumke. Die Begleitung durch Mitglieder unseres Vereins und andere ehrenamtliche Helfer ist immer mit dabei. Diese Begleitung und Hilfe ist der Punkt, wo wir uns von Taxi und Busunternehmen unterscheiden. Zu ihnen bilden wir keine Konkurrenz", betont Gisela Hilscher, Hauptkoordinatorin des Projekts. Im Einsatz war das Bürgermobil auch bereits für kleinere Vereinsfahrten.

Wichtiger Aspekt des Bürgermobils ist es, Menschen zu ermöglichen am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben - "ganz einfach auch mal ein paar schöne Dinge zu erleben. Neben Fahrten zu Seniorennachmittagen können das beispielsweise auch Ausflüge zu Kulturveranstaltungen und anderes mehr sein. Ziel ist es, die Lebensqualität der Menschen in unserer dünn besiedelten Region zu erhalten und zu erhöhen", sagt Hilscher.

Die Nutzer des Bürgermobils müssen sich mit einem überschaubaren Obolus an den Fahrten beteiligen. Dieser richtet sich nach der Fahrstrecke. Elf Cent pro Kilometer werden fällig. Darum, so Hilscher, sei die Nutzung des Fahrzeugs natürlich günstiger, je größer die Anzahl der Personen pro Fahrt ist. Neben der Kilometerpauschale ist eine Betreuungspauschale zu entrichten. Sie beträgt - je nach Dauer der Fahrt - zwischen 2,50 und fünf Euro.

Die Koordinierungsstelle des Bürgermobils hat ihren Sitz im Werbener Rathaus. Gisela Hilscher freut sich, dass ihr mit Verena March eine regelmäßig erreichbare Mitarbeiterin zur Verfügung steht, die mittlerweile einen Großteil der Koordinierungsaufgaben übernimmt. March ist im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes für den Werbener Verein Nachbarschaftshilfe und dort insbesondere für das Projekt "Bürgermobil" tätig.

Koordinierung soll weiter verbessert werden

Für die anstehenden Fahrten stehen zehn bis zwölf ehrenamtliche Fahrer zur Verfügung. Sie werden angerufen, ob sie zu den anvisierten Terminen können. Hilscher: "Das klappt bisher gut - auch wenn die Fahrer nicht selten recht viel Zeit einplanen müssen. Ein paar zusätzliche Ehrenamtliche könnten wir schon noch gebrauchen."

Eine der wichtigsten Aufgaben für die nahe Zukunft, so Hilscher, werde die bestmögliche Koordinierung und Organisation des Fahrtenangebotes sein, um das gesamte Projekt so wirtschaftlich wie möglich zu gestalten.

Die Sprechzeiten der Koordinierungsstelle "Bürgermobil" sind montags bis freitags von 8 bis 11.30Uhr. Telefonisch sind die Ansprechpartner unter folgender Nummer zu erreichen: (0151)11175055.