Zwischen Beuster und Ostorf ging es am Wochenende zu wie in einem Taubenschlag. Das 32. Turnier des Reit- und Fahrvereins Beuster 1954 lockte im Jahr des 60-jährigen Bestehens Pferdefreunde von Nah und Fern an.

Beuster l "Das ist so ein schönes Turnier mit Prüfungen in allen Bereichen. Und die Schleifen sind so hübsch", schwärmte Susanne Weber aus Dannenberg. "Wenn es Veranstalter gibt, die alles mit so viel Liebe zum Detail organisieren, das ist schon etwas Besonderes", lobte ihr Mann Udo außerdem, bevor die beiden den Heimweg antraten. "Ich sag nur: klein, aber fein", kommentierte später auch Ruth Bartels vom Deutschen Roten Kreuz.

Hilfe beim Turnier versteht sich von selbst

Am Einlass verteilten gerade Stephanie Lange und Katrin Hiller fleißig Eintrittsbänder. "Dass wir helfen, versteht sich von selbst", waren sich die jungen Frauen einig, "So ein Turnier ist mal was anderes und sehr wichtig für den Ort", findet Katrin Hiller. Außerdem fällt der Apfel nicht weit vom Stamm. Turnierärztin und Vorstandsmitglied Dorothee Lange wirbelt seit jeher wie Sabine Hiller für den Verein und sorgte mit Eis für eine willkommene Erfrischung. Regen oder große Hitze - in Beuster gibt es immer schon die großen Extreme. Diesmal erwischte es den Verein in der Vorbereitungszeit. Wegen des starken Niederschlags und des starken Graswuchses hatten die Helfer in den zurückliegenden Wochen noch mehr zu tun als sonst. "Wir bedanken uns ganz herzlich bei den Jungbauern für die kostenlose Bereitstellung der Flächen, bei Axel Schuster für die Geländestrecke, den Lohnunternehmen, Unterstützern aus dem Ort und den Sponsoren, die unser Turnier überhaupt möglich gemacht haben", brachte es die Vereinschefin Annegret Schwarz auf den Punkt. Sonntag gab es zum Dank das traditionelle Sponsorenfrühstück. "Wir werden dann auch eine Gedenkminute für Hain Robra einlegen, der im Juli gestorben ist. Er war nicht nur anerkannter Tierarzt, sondern hat auch 30 Jahre unseren Verein angeführt und eine tolle Arbeit gemacht", betonte Schwarz.

Der Einsatz für das Herrichten des Platzes hat sich wohlbemerkt gelohnt. 699 Nennungen verzeichnete Finanzchefin Sabine Hiller in der Meldestelle, und der Parcoursbauer Michael Dreibrodt, der erstmals in Beuster den Auf- und Umbau übernahm, bemerkte: "Der Regen hat dem Boden gut getan. Der Platz ist gut, der Boden federt." Davon konnte sich auch Steffen Rossau aus Flessau überzeugen, der gleich mehrmals und wie gewohnt mit verschiedenen Pferden ins Rennen ging. Bei der Springpferdeprüfung Klasse L schnappte ihm allerdings Hauke Timmreck mit Chelsea vom PSV 1881 Hohenberg-Krusemark die Siegerschleife vor der Nase weg. Rossau kam auf den 2. (mit Quintakko) und 5. Platz. Franziska Hosse von der Reitsportgemeinschaft Sanne-Fleetmark landete auf dem 3. Platz.

Alice Kirsch aus Osterburg (RFTV Krumke) erlebte am Samstagmorgen bei ihrer ersten E-Dressur mit dem Zweispänner wiederum einen Überraschungssieg. Josephine Strauer aus Könnigde staubte in der Dressurprüfung Klasse A den 3. Platz und in der Springprüfung den 2. Platz ab. Für sie und ihre Freundin Emelie Theuerkauf aus Klein Schwechten war das Turnier eine gute Vorbereitung auf die Landesmeisterschaften der Junioren in Arneburg, das am kommenden Wochenende stattfindet. "Die beiden sind ja eigentlich Vielseitigkeitsreiter und trainieren bei Antje Deparade in Engersen", fügte Mutter Sonja Theuerkauf hinzu. Nach den Prüfungen war erstmal Mittagspause angesagt. Am Hähnchenstand und Kuchenstand vom Verein riss die Schlange nicht ab. Ines Reetz und Dörte Koch vom Verein Deichkieker lockten mit fruchtiger Bowle, während Helga Baumann und Annett Schwarzer die Reitpferdeprüfung abnahmen. Insgesamt neun Richter sahen sich die Leistungen der Reiter und Fahrer der umliegenden Vereine, aber auch aus Brandenburg und Niedersachsen, an.

Fahrer überwinden Wurzel, Storch und Wasser

Apropos Fahren. Der Geländeparcours bei Familie Schuster mit den Hindernissen Wurzel, Schäferei, Storch und Wasser im Finale war ohne Zweifel der Publikumsmagnet am Sonnabend. Bei Moderator Sascha Wunderlich standen die Leute diesmal aus noch einem Grund Schlange. Zwei Tage zuvor hatte Töchterchen Thea das Licht der Welt erblickt, wozu ihm jeder gratulieren wollte. "Jetzt zum Fahren! Der amtierende Landesmeister im Zweispänner kommt!", kündigte Wunderlich André Muhl und seinen Beifahrer Vater Hartmut mit den Welsh-Ponys an. Während die Menschentraube dem Finale zusah, ließ sie sich Kaffee und Kuchen von Familie Schuster schmecken.

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