Der Seehäuser Hans-Peter Bodenstein sorgt mit Gleichgesinnten im Forschungs- und Kommunikationsprojekt "ndRom" dafür, dass die Nebenstraßen der Romanik in der Altmark und im Elb-Havel-Winkel nicht in Vergessenheit geraten.

Seehausen l Für den September kündigt der Romanik-Experte einige Aktionen an, die dankenswerter Weise von wissenschaftlichen Mitarbeitern, Forschern und Assistenten des Projektes im Ehrenamt mitgetragen werden.

Nach einem Abstecher zu den Kirchen in Storkau, Staffelde und Hämerten in der Flusslandschaft Elbe am Sonntag, 7.September, ab 9.30 Uhr, steht mit dem Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 14. September, bei den Romanik-Freunden ein wichtiger Termin im Kalender. Dann wollen sich die ndRom-Akteure und interessierte Gäste ab 14Uhr (ein zweiter Durchlauf ist ab 16 Uhr geplant) in der St. Nikolaus-Kirche Beuster zur Besichtigung und zum Gespräch treffen.

Folgende Fragen sollen erörtert werden: Gibt es Grundrisskonzepte für die Arkatur, den Chorus und den Chorus minor der Basilika? Ist die christliche Symbolik der Teilungen zu verstehen? Gibt es in Beuster ein bestimmtes Backsteinformat, das mit dem der Basiliken in Königsmark, Sandau und Schönhausen vergleichbar ist? Besteht ein ästhetischer Anspruch der Formate? Wann und von wem wurde die Beusteraner Basilika begonnen? Und vor dem Hintergrund der Großkirchen-Dichte in der Region: Sind der Havelberger Dom und die einstige romanische Basilika in Werben möglicherweise Verwandte? Zu der in Beuster kommen noch die Basiliken in Arendsee, Seehausen, Werben, Königsmark, Osterburg und Krevese dazu.

Tag des offenen Denkmals

Am Sonntag, 21. September, widmen sich die "Wendischen Dialoge" einen Tag lang dem Thema "Zahl - Glaube - Architektur". Hierbei geht es um die romanische Kirchenarchitektur in der Altmark. Dabei wird sich die Gelegenheit ergeben, auf die Wissensgrundlagen der romanischen Architektur und ihres Symbolgehaltes einzugehen. Die Veranstaltung findet ab 10 Uhr in Trebel (Wendland), Hauptstraße 3 (Atelier bei Ernst von Hopffgarten) statt. Anmeldungen sind per e-Mail unter wendische-dialoge@t-online.de möglich.

Zum Sonnabend, 27. September, lädt Bodenstein zu 15Uhr wieder nach Seehausen zu einer besonderen Führung in die und an der Petri-Kirche ein. Treffpunkt ist die Südseite des Gotteshauses, wo um 1200 eine kreuzförmige Feldsteinbasilika beachtlicher Größe und gotischen Stils stand, von der sich heute noch drei Wände ausfindig machen lassen. Unter anderem möchte Bodenstein mit den Gästen die Raumaufteilung und die Stellung der Arkaden in der alten romanischen Basilika erkunden.

In dem Zusammenhang ist auch an ein Ausschnürexperiment gedacht, das veranschaulichen kann, wie der mittelalterliche Werkmeister beim Entwurf der Basilika vorgegangen ist. Mit einem sachkundigen Blick auf das romanische Westportal von St. Petri, das als das prächtigste in der ganzen alten Mark Brandenburg gilt, soll die Begegnung mit romanischer Architektur für diesen Monat ihren Abschluss finden.

Mehr Informationen auch unter www.ndrom.de.