Rathsleben (rfr) l Wohl so spät wie noch nie beschlossen die Mitglieder des Gemeinderates "Altmärkische Höhe" am Dienstagabend in Rathsleben den Haushalt für das fast schon zu Ende gehende Jahr.

Die Verzögerungen, die nicht nur die "Höhe" betreffen, sind vor allem der Umstellung auf die Doppelte Buchführung in Kommunen (Doppik) geschuldet. Die Änderungen bei der Haushaltsführung, die unter anderem das Gemeindevermögen anders als früher bewertet, macht zum einen den Vergleich mit den Zahlen der Vorjahre unmöglich und wird dazu offenbar von den meisten Volksvertretern nicht wirklich verstanden. Womit Bürgermeister Bernd Prange keine Ausnahme ist, wenn er sagt, dass 2014 der erste Etat ist, den er in seiner 20-jährigen Tätigkeit als Gemeindeoberhaupt nicht gänzlich versteht.

Minus auf hohem Niveau

Wofür man allerdings kein Finanzexperte sein muss, ist die Tatsache, dass die "Höhe", wie andere Kommunen auch ihren Soll-Fehl-Betrag aus der Vergangenheit 2013 zwar ebenso etwas verringern konnte wie die Pro-Kopf-Verschuldung (aktuell 182,24 Euro), aber von einem Haushaltsausgleich mit einem bis Ende 2014 aufgelaufenen Gesamt-Minus von geschätzt 146000Euro weit entfernt ist und damit Dauergast in der Konsolidierung bleibt.

Umlagen nicht zu stemmen

Natürlich wird den Gemeinderäten in dem aktuellen Zahlenwerk auch vor Augen geführt, dass zum Beispiel die Dorfgemeinschaftshäuser in allen Orten ein Minus erwirtschaften oder dass die Hebesätze für die Steuern unter dem Landesdurchschnitt liegen. Was Bürgermeister Bernd Prange aber besonders ärgert, ist die Tatsache, dass die Schlüsselzuweisunge des Landes (620700Euro) nicht einmal mehr die Verwaltungsumlage an die Verbandsgemeinde Seehausen (720700Euro) deckelt. Dazu kommen die Kreisumlage (581100Euro) und andere Ausgaben, die die Kommune nicht beeinflussen kann. Sein Fazit: "Die Kosten für die Verwaltung fressen uns auf."