Osterburg l Mit fast 350 Parzellen ist die Kleingartensparte "Aufbau" die größte Anlage der Freizeitgärtner am Rande der Biesestadt. Sie grenzt an das Altneubaugebiet und reicht in ihrer südlichen Ausdehnung bis an einen Feldweg, der die Gärten von der Ackerfläche eines Landwirtschaftsbetriebes trennt. "Unsere Grenze bilden die Hecken, die die Gärten an dieser Seite einfrieden. Dass wir den Weg nutzen können, ist nicht festgeschriebenes Gewohnheitsrecht", sagte die Spartenvorsitzende Ute Pahl kürzlich zur Volksstimme.

Abfälle auf dem Weg

Mit mehreren Problemen schlägt sich der Vereinsvorstand schon seit Jahren - man kann fast sagen Jahrzehnten - herum. Sie tauchen in nahezu jeder Jahreshauptversammlung wieder auf. Problem Nummer eins: "Einige Gartenfreunde nehmen sich das Recht heraus, ihre nicht kompostierbaren Gartenabfälle auf den Weg zu schütten, obwohl es verboten ist", so die Vorsitzende sichtlich verärgert. "Wir sind in der glücklichen Lage, einen Abfallsammelplatz der Abfallgesellschaft in der Nähe zu haben, wo diese Gartenrückstände angeliefert werden können. Es bedarf ja nur der dafür vorgesehenen Abgabekarten."

Bei den Gartenrückständen bliebe es aber nicht. "Auch anderer Unrat wird auf den Weg und in das angrenzende Maisfeld geworfen", so Pahl weiter. "Bevor das Maisfeld bestellt wurde, lagen Flaschen, Büchsen, Fahrradreifen, Gartenabfälle, Bauschutt und anderer Müll auf dem Acker. Wir haben schon böse Briefe vom Bewirtschafter bekommen, mit der Aufforderung, das zu unterlassen, ansonsten würde man uns zur Verantwortung ziehen. Darüber haben wir mit den Gartenfreunden nicht nur gesprochen, sondern die Briefe auch an den Anschlagtafeln ausgehängt. In einem Arbeitseinsatz haben wir den Müll beseitigt. Das hat dem Verein zusätzliche Kosten beschert."

Lauben aufgebrochen

Problem Nummer 2: Einige Zeitgenossen entsorgen ihren Müll in zur Zeit unbewirtschafteten Gärten. Ute Pahl: "Man fährt mit vollem Beutel einen Gartenweg hoch und kommt auf einem anderen Weg ohne Beutel zurück. Auch Leute, die bei uns keinen Garten haben, laden, wenn sie sich unbeobachtet fühlen, ihren Unrat bei uns ab, ganz schön dreist, muss ich ja schon sagen." Und sie zeigt auf einen leer stehenden Garten im Dahlienweg. Hinter einer Hecke ist eine wahre Mülldeponie. Von leeren Plastbehältern, Blechbüchsen, geborstenen Wasserfässern, Decken, Bettlaken, Windeln, Autoreifen, Wasserleitungsrohren bis zu defekten Wasserpumpen reicht das Sortiment. In der zum Garten gehörenden Laube ist das Chaos noch größer. "In diesem Garten haben wir schon zweimal aufgeräumt", berichtete sie. "Die Kosten hat der Verein zu tragen. Autoreifen, zum Beispiel, sind Sondermüll und müssen bis Stendal gebracht werden."

Problem Nummer drei: In einigen freien Gärten wurden Lauben aufgebrochen und dazu benutzt, um Dieben "Arbeitsräume" zu bieten, in denen sie ihr irgendwo gestohlenes Diebesgut bearbeiten können, wo sie beispielsweise Armaturen zerlegen und Kupferkabel von der Ummantelung befreien, die dort gefunden wurde.

Problem Nummer vier: "Wenn Hundebesitzer ihre Vierbeiner in der Gartenanlage Gassi führen, wogegen wir im Prinzip nichts haben, dann bitte angeleint. Wir haben aber etwas dagegen, wenn die Herrchen oder Frauchen die Hinterlassenschaften ihrer Lieblinge nicht mitnehmen."

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