Obwohl in der Gemeinschaftsschule Seehausen die Unterrichtsstunde auch nur 45 Minuten hat, ticken die Uhren doch etwas anders. Das wird zum Schulanfang der neuen fünften Klassen einmal mehr deutlich.

Seehausen/Barsberge l 37 Schüler (15 Jungen und 22 Mädchen) aus den Bereichen Groß Garz, Werben, Flessau und Seehausen rücken nach einem erfolgreichen Gemeinschaftsschul-Einstiegsjahr (wir berichteten) derzeit als neue fünfte Klassen nach. Wirklich gesetzt sind bislang aber nur die Klassenleiterinnen Kerstin Raguse und Simone Weigelt, die sich ganz offensichtlich auf die neue Herausforderung freuen.

Wie sich die beiden Klassen zusammensetzen, steht erst am kommenden Freitag zum Ende der sogenannten Kennenlernwoche fest, die gestern auf Barsberge in idyllischer Natur mit einem Stationsbetrieb startete, bei dem die Pädagogen die Kinder beobachteten und die Schüler unter einander in lockerer Form Kontakt aufnahmen. Wobei die speziellen Grundregeln des Seehäuser Schulkonzeptes "leise, langsam, freundlich, fröhlich" vom ersten Tag an eine wichtige Rolle spielen und, weil im Frage-Anwort-Spiel selbst erarbeitet, auch recht schnell Beachtung fanden.

Der Schüler, der alles kann, ist noch nicht "erfunden"

Das Ziel der ersten Tage ist, zwei homogene Klassen zu bilden, um eine Gemeinschaft zu formen, in der sich die Mädchen und Jungen später gegenseitig unterstützen beziehungsweise ergänzen. Denn der Schüler, der alles kann, ist noch nicht "erfunden". Das kommt am Ende vor allem der Projekt- und Präsentationsarbeit zu gute, die an der Gemeinschaftsschule eine häufig praktizierte Unterrichtsform ist, um die Schüler selbstständiger, rhetorisch sattelefester und damit selbstbewusster zu machen. Weshalb die Fähigkeiten, Fertigkeiten oder Interessen der Kinder bei bestimmten Aktionen auf die Probe gestellt wurden, die geistige und musische sowie handwerkliche Herausforderungen bereit hielten und die von den Kindern verlangten, einander zur Not auch mal ganz blind zu vertrauen.

Überstrapaziert werde das Thema Klassenbildung aber nicht, so Kerstin Raguse. Selbstverständlich wolle man bei dem Prozedere, bei dem in den nächsten Tagen unter anderem noch eine Stadtrallye, Besuche von Polizei und Feuerwehr oder bei Verbandsgemeindebürgermeister Robert Reck vorgesehen sind, auch Rücksicht auf alte Freundschaften oder Parallelen bei der Schulbusverbindung nehmen. Außerdem dürften die Klassen bei der offenen Gruppenarbeit oft genug wieder "durcheinandergewürfelt" werden.

Darüber hinaus lernten die neuen Fünftklässler den neuen Schulhund "Hilde" von Birgit Runge kennen. Der geduldige, sensible und speziell ausgebildete Goldendoodle (eine allergikerfreundliche Kreuzung zwischen Golden Retriever und einem Großpudel) übernimmt demnächst eine besondere Aufgabe in den Klassen.

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