Obwohl die Arbeiten zur Neugestaltung des Biesebad-Geländes im Oktober beginnen sollen, sehen Osterburgs Ortschaftsräte noch Änderungsbedarf am Projekt. Von den am Montag im Rat vorgestellten Plänen zeigten sie sich enttäuscht.

Osterburg l Insgesamt 340000 Euro (davon die Hälfte fürs Gebäude) dürfen die Arbeiten im Biesebad kosten. Die Summe fällt damit deutlich geringer aus als ursprünglich gedacht. Denn bei ihrem Entwurf für die Neugestaltung der Freizeitstätte waren die Planer Guido Cierpinski und Peter Zimmermann noch von einem Betrag in Höhe von fast 600000 Euro ausgegangen, der für das Bad (inklusive Sozialgebäude) zur Verfügung stehen sollte. Hatte das ursprüngliche Projekt unter anderem noch einen Sandstrand, einen kleinen Campingplatz sowie einen Weg zum angrenzenden Biesecafé enthalten, fielen diese Gedankenspiele in den zurückliegenden Monaten dem Rotstift zum Opfer. Die Änderungen seien in Abstimmung und regelmäßiger Absprache mit Bürgermeister Nico Schulz und dem Bauamt erfolgt, informierte Guido Cierpinski am Montagabend im Osterburger Rat.

Die Ortspolitiker nahmen die novellierten Pläne überrascht zur Kenntnis. So kritisierten gleich mehrere Räte, dass der Bauausschuss des Stadtrates nicht über die Änderungen am Projekt auf den Laufenden gehalten worden sei. Ernüchtert und enttäuscht konstatierten zudem Ratsmitglieder wie Thorsten Schulz (SPD) oder Daniel Köhler (CDU), dass die jüngsten Badbesucher auch zukünftig lediglich auf das zum Sandkasten umfunktionierte frühere Planschbecken sowie die schon vorhandenen Geräte des Spielplatzes zurückgreifen könnten. Letztere sollten aber zumindest gewartet werden, forderte Thorsten Schulz ein.

Klar wurde am Montag auch: Gänzlich akzeptieren wollen die Ortschaftsräte das aktuelle Papier noch nicht. Sie sprachen sich in Abstimmung mit Guido Cierpinski dafür aus, so weit wie möglich noch Umjustierungen am Projekt vorzunehmen. Dazu soll es in Kürze noch einmal eine gesonderte Zusammenkunft geben.

Bestandteil der Planungen ist übrigens auch eine neue Beachvolleyball-Anlage, die nach Angaben von Guido Cierpinski durch die Osterburger Eintracht in Eigenregie errichtet werden soll. Davon ist dem Sportverein allerdings nichts bekannt, stellte der Vorsitzende Jörg Gerber gestern klar. Zwar habe die Eintracht der Stadt schon vor Jahren offeriert, einen höheren Betrag und eigene Arbeitsleistungen in den Bau einer Beachanlage auf dem Biesebad-Gelände zu investieren. Die Stadt habe aber auf dieses Angebot nicht reagiert. "Dabei sollte die von uns geplante Anlage auch allen Interessierten frei zur Nutzung zur Verfügung stehen. Und trotzdem hat sich bis heute niemand von der Stadt bei mir gemeldet", betonte der Eintracht-Chef. Demzufolge dementierte Jörg Gerber, "dass wir uns um den Aufbau einer Beach-Anlage kümmern." Ob sich daran noch etwas ändern könnte? Der Eintracht-Chef, der aus seiner Enttäuschung über die jahrelang ausgebliebene Reaktion der Stadt keinen Hehl macht, zeigte sich eher skeptisch. "Die Motivation ist weg. Mir ist die Lust auf dieses Projekt längst vergangen."