Wer träumt nicht davon, einmal in einem Film als Darsteller mitzuwirken? Für neun Schüler der Sekundarschule Goldbeck wird es dieser Tage Wirklichkeit. Sie drehen in den Herbstferien einen richtigen Spielfilm.

Goldbeck l Schulsozialarbeiterin Jennifer Braun und die Theaterpädagogin Claudia Tost sind begeistert, mit welcher Begeisterung und Konzentration die Schüler an dem Filmprojekt arbeiten - alles in der Freizeit. Die beiden Verantwortlichen kennen sich bereits von anderen Schulprojekten, die allerdings zumeist nur über einen Schultag gingen. "Im vergangenen Jahr haben wir gemeinsam überlegt, was für ein größeres und gezielteres Projekt wir in diesem Jahr gemeinsam in Angriff nehmen könnten", berichtet Claudia Tost. Und Jennifer Braun fügt hinzu: "Da wir von den Schülern selbst wussten, dass sie gern einmal an einem Film arbeiten würden, haben wir uns darauf verständigt."

Für das Projekt wurde eine Kooperation vereinbart - zwischen der Schulsozialarbeit der Sekundarschule Goldbeck und nicht zuletzt der mobilen, offenen Kinder- und Jugendarbeit des Vereins Kunstplatte Stendal, der Claudia Tost angehört. Als dritten Partner holten sich die beiden den Lokalfernsehsender Offener Kanal Stendal mit ins Boot.

Unter anderem mit Aushängen in der Schule wurde den Schülern das geplante Projekt schmackhaft gemacht. Neun Schüler meldeten sich dafür an - acht Mädchen und ein Junge. "Das ist eine optimale Zahl von Teilnehmern - nicht zu viel und nicht zu wenig. Und es sind Schüler der Klassenstufen 5 bis 9 dabei. Das ist auch ein wesentliches Ziel des Projekts, dass Schüler verschiedener Altersstufen gemeinsam etwas machen", freut sich die Schulsozialarbeiterin.

Noch vor den Herbstferien gab es ein Vorbereitungstreffen und am vergangenen Sonnabend ging es erstmals richtig an die Arbeit. Ein Drehbuch musste her und das schrieben die Schüler größtenteils selbst. Begeistert berichteten die Mädchen und Jungen gestern von der selbst ausgedachten Film-Handlung.

Furcht und Mut liegen manchmal dicht beisammen

Es geht dabei um Angst und Mut und darum, dass beides manchmal ganz dicht beisammen liegt. Zwei Schüler werden versehentlich in der Schule eingeschlossen und haben keine Möglichkeit aus dem Schulgebäude herauszukommen. Das, was den beiden unfreiwillig widerfährt, macht eine weitere Schülergruppe absichtlich. Vier größere Mädchen und Jungen lassen sich einschließen. Sie hatten mit anderen Schülern eine entsprechende Wette abgeschlossen. Beide Gruppen wissen aber nichts voneinander.

Die größere Gruppe richtet sich im Keller ein. Alle packen Naschereien, Getränke und Kartoffelchips aus, um es sich gemütlich zu machen. Die Übernachtung in der Schule soll eine kleine Party werden. Das geht nicht ohne Krach, der bis in die obere Etage zu hören ist und die dort Eingeschlossenen in Angst und Schrecken versetzt. Sie denken zunächst an Spuk, begeben sich aber auf die Suche, was ebenfalls Lärm verursacht, den die anderen Mitschüler unten auch wahrnehmen - und sich ebenfalls zu fürchten beginnen ... Mehr soll an dieser Stelle noch nicht verraten werden. Schließlich soll der Film auch neugierig machen.

Am Montag drehte sich im Rahmen des Projekts noch einmal alles um die Vorbereitung der Dreharbeiten. Unter anderem gab der Offene Kanal aus Stendal eine Einweisung in die Technik und vermittelte das wichtigste Grundwissen rund um das Drehen eines Films sowie die Filmsprache. Am Dienstag begannen endlich die Dreharbeiten, die innerhalb von drei Tagen abgeschlossen sein mussten - "eine ganz schöne Herausforderung, wenn man bedenkt, dass andere Filmprojekte nicht selten über Wochen dauern", meint Tost.

Fertiger Film wird vom Offenen Kanal ausgestrahlt

Auch über den Filmtitel müssen sich die Schüler noch einigen. Der fertige Film soll dann natürlich auch öffentlich gezeigt werden. Wie Braun und Tost berichten, wird er vom Offenen Kanal ausgestrahlt, beim Tag der offenen Tür der Sekundarschule und auch in der Stendaler Kunstplatte gezeigt. Alle beteiligten Schüler bekommen außerdem eine DVD und haben so eine bleibende Erinnerung.