Die Gemeinde Aland will die touristische Infrastruktur speziell für die Radler aufwerten. Die Pedalritter sollen künftig zwischen Wanzer und Aulosen nicht mehr die vielbefahrene L2 benutzen, sondern mitten durch die Natur radeln können.

Aulosen l Die Gemeinde Aland und der Kultur- und Heimatverein Aulosen haben es sich zur Aufgabe gemacht, für einen neuen attraktiveren Teilabschnitt des Elberadweges zu sorgen. Mit diesem neuen Angebot abseits der Fahrbahn zwischen Aulosen und Wanzer soll für Radfahrer eine höhere Sicherheit gewährleistet werden; zudem wird ein touristisches Highlight geschaffen.

Beide Orte sind über den Schulsee miteinander verbunden. Ein Brückenbau-Projekt scheiterte bereits vor einigen Jahren an den hohen Kosten von mehreren zehntausend Euro. Die Alternative, eine Handseilzug-Fähre, wäre ideal, sagten sich die Verantwortlichen, die sich die Verbandsgemeinde Seehausen und den Landkreis ins Boot holten. Prüfungen seitens des Umweltamtes gemäß Bundesnaturschutzgesetz und Landschaftsschutzgebietsverordnung ergaben keine Bedenken gegen das Vorhaben.

Unterstützung durch regionale Betriebe

Mit den Planungen kamen die Verantwortlichen bereits einige große Schritte voran, so dass Rüdiger Kloth vom Kultur- und Heimatverein Aulosen zuversichtlich ist, dass zum Start der Frühjahrssaison die Radler auf dem 2,50 Meter mal 2,35 Meter großen Schwimmkörper die 25 Meter von der einen zur anderen Uferseite überbrücken werden. Dass das ehrgeizige Projekt umsetzbar ist, bewiesen zudem Testfahrten.

Die Materialkosten nur für den Bau der Fähre ohne Arbeitsleistung wird auf rund 1500 Euro geschätzt. Weitere Gelder werden für Infotafeln, Hinweisschilder und Wegweiser an der L2 benötigt. Den größten technischen Aufwand stellt jedoch der Aufbau beziehungsweise der Oberbau der Fähre mit Geländer, Türen, Fußboden, Sicherheitseinrichtungen und Seilführungen dar. Regionale Unternehmen unterstützen das Vorhaben: Die Firma Graepel aus Seehausen konstruiert aktuell den eigentlichen Aufbau der Radlerfähre; erste Zeichnungen wurden erstellt und schon abgestimmt. "Die nächsten Schritte werden die Montage des Führungsseiles und die Uferbefestigung sein", sagt Rüdiger Kloth. Das Prinzip sei simpel. Die eigentliche Bedienung erfolgt auf der Fähre stehend durch das Ziehen an einem aus Polyprophylen bestehenden Zugseil. Dieses wird über je eine Umlenkrolle am Ufer geführt. Die Fähre selbst gleitet an einem Führungsseil aus Edelstahl, das auf beiden Seiten an Stahlpfosten als Widerlager befestigt ist.

Auf Aulosener Seite des Schulsees befindet sich eine große Freifläche. Dort stand bis zu seinem Abriss 1986 das Herrenhaus der Familie von Jagow. Zwei vor mehr als zehn Jahren dort aufgestellte Steintafeln aus dem Mauerwerk des Gebäudes weisen darauf hin. Diese Steintafeln sollen durch eine Informationstafel ergänzt werden. Ein erster Entwurf dieser Infotafel und ein Aufsteller existieren bereits. Zukünftig sollen auf der Freifläche einige Sitzgelegenheiten, Fahrradständer und eine Schutzhütte geschaffen werden. Entlang des Sees führt bereits ein Wanderweg. Auf Wanzeraner Seite gibt es natürlich auch einiges zu entdecken:: die Bockwindmühle, das Backhaus, die Kirche, das Dorfmuseum und natürlich die Alandniederung.