Seehausen (rfr) l Mit den sogenannten völkisch-rechten Siedlern fassen das "Bündnis für Demokratie und Weltoffenheit" Stendal sowie die Initiative "Seehausen links" am Mittwoch, 28. Januar, im Foyer der Seehäuser Wischelandhalle gemeinsam ein noch nicht so bekanntes, aber trotzdem sprichtwörtlich heißes Eisen an. Der Vortrags- und Diskussionabend beginnt laut einer Pressemitteilung um 19 Uhr.

In der Einladung heißt es unter anderem: Neue Nachbarn im Dorf, ein Zuzug von Außen, junge Leute, die anpacken, endlich mehr Leben und dann das: Hinter vor gehaltener Hand werden Beobachtungen über die Neuen ausgetauscht. Irgendwas ist hier reichlich komisch und sehr anders.

"Lebensraum" erhalten

In den vergangenen Jahren nehmen Ansiedlungen der völkischen Rechten im ländlichen Raum zu. Fernab der großen Städte bilden sie Gemeinschaften, die ihrem rassistisch-antisemitischen Weltbild entsprechen. Mit ihren alternativen Lebenskonzepten fallen sie kaum auf. Einmal angekommen, etablieren sie sich als achtsame Öko-Landwirte, geschickte Handwerker und hilfsbereite Neuzugänge der Dorfgemeinschaft. In ihrer Umgebung treffen sie häufig auf viel Zustimmung mit ihren ökologischen Konzepten. Das Thema Naturschutz erweist sich da als Brückenbauer, weil es Menschen quer durch die Gesellschaft beschäftigt.

Doch im Kontext der extrem rechten Ideologie der Siedler dient Naturschutz lediglich dazu, eine "deutsche Volksgemeinschaft" und ihren "Lebensraum" zu erhalten. Darin haben Vielfalt, Gleichberechtigung und Weltoffenheit keinen Platz.

Die Referentin des Abends, Anna Schmidt von der Berliner Amadeu-Antonio-Stiftung (www.amadeuantoniostiftung.de), hat kürzlich eine Broschüre über das völkische Siedlungskonzept veröffentlicht.

Im Anschluss an die inhaltliche Einführung besteht die Möglichkeit zur Diskussion. Zudem soll es um die Frage gehen, inwieweit im Norden des Landkreises Stendal völkische Siedlerfamilien ein Problem darstellen. Der Nachsatz, "... beziehungsweise wie der Problematik begegnet werden kann", spricht dafür, dass es diese Umtriebe längst gibt.

Vortragsveranstaltung

Die Veranstaltender lassen in dem Zusammenhang wissen, dass sie sich für den Verlauf des Abends vorbehalten, bei Bedarf von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zu dieser Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.