Die Flessauer Straße "Am Bahnhof" steht auf der Investitions-Vorhabenliste der Einheitsgemeinde. Allerdings wird die Sanierung nur in Angriff genommen, wenn die Bürger und der Ortschaftsrat das wollen.

Flessau l Es gibt bereits die eindeutige Aussage des Wasserverbandes Stendal-Osterburg (WVSO): Wird die Kommune in der Straße "Am Bahnhof" in Flessau tätig, wird sich auch der Versorger in die Maßnahme miteinbringen.

Für die sieben an der Strecke wohnenden Grundstückseigentümer stellt sich vordergründig die Frage nach den Kosten. Denn bei einem möglichen Ausbau werden diese zur Kasse gebeten. Wie hoch der Anteil sein wird, darüber konnte bei der jüngsten Einwohnerversammlung in der Gaststätte Bauermeister (wir berichteten) aufgrund der erst begonnenen Beratungen keine Auskunft gegeben werden. Einheitsgemeinde-Bürgermeister Nico Schulz wollte seine Information zur Gesamtinvestition nur als grobe Schätzung verstanden wissen: 320 000 Euro sind vorerst die kalkulierte Summe.

Grundstückseigentümer müssen sich einig sein

Er sprach auch davon, dass die Verwaltung, die den Vorschlag unterbreitete, die Einwohner und damit den Ort "nicht zwingen will". Die Flessauer Straße "Am Bahnhof", die auf einer Länge von 255 Metern gepflastert werden soll, wäre auf der vom Stadtrat festgelegten Prioritätenliste an vorderster Stelle. Und damit an der Reihe. Aber die Maßnahme wird ohne die Einwilligung des Rates um Bürgermeisterin Sylvia Böker nicht realisiert werden.

Falls gebaut wird, "sitzt" auch der Wasserverband mit im Boot. Und für die sieben an dieser Straße gelegenen Haushalte ergibt sich damit die Möglichkeit, doch noch an das zentrale Abwassernetz angeschlossen zu werden. Wie mehrmals berichtet, wehren sich 52 Grundstücks-Eigentümer in Flessau gegen den Beschluss zum Abwasserbeseitigungskonzept: Aufgrund des nicht mehr zentralen Anschlusses müssen die Bürger Kleinkläranlagen einbauen oder die vorhandenen auf einen modernen Stand umrüsten. Die Mehrheit der betroffenen Bürger ging in Widerspruch und hofft darauf, das Abwasser doch noch zentral entsorgen zu dürfen, was angesichts der rechtlichen Lage jedoch ein recht steiniger Weg sein dürfte.

Die Anwohner der Straße "Am Bahnhof" sind dem Ziel ein Stückchen näher gerückt. Allerdings muss neben der Willensbekundung zum Bau auch Einigkeit über die Entsorgung herrschen. "Nur wenn alle Anwohner zustimmen", werden sie an das zentrale Netz angeschlossen. Der Einbau einer Abwasser-Druckleitung, in der das Schmutzwasser dann ins Klärbecken fließt, setzt allerdings eine Hauspumpstation voraus, wie Petra Tesching, verantwortlich für den Bereich Abwasser beim WVSO, erklärte. Für diese sind die Grundstückseigentümer verantwortlich. Diese Investition wurde bei der Einwohnerversammlung mit durchschnittlich 3500 Euro angegeben.

Sofern feststeht, dass die Flessauer Straße gebaut wird, sollten laut Tesching die Anlieger einen Antrag auf den zentralen Abwasseranschluss stellen.