Vielleicht beginnt das Kunstprojekt schon mit dessen Entstehungsgeschichte. Jedenfalls ist es vollbracht, Rainer Trunk präsentiert ab Sonnabend die Werke von elf Künstlern. Er ist einer von ihnen und selbst gespannt.

Räbel l Viele Zutaten kamen zusammen: die Lage direkt am Elberadweg, die immer wieder aufflammende Idee von einem Café im Sommer, die Buga und vor allem Rainer Trunks künstlerischer Blick auf das Leben. All das ergibt das "Projekt: kunstrasen", das am Sonnabend um 16 Uhr mit Sekt, Musik und kleinen Reden eröffnet wird. Der Großteil der Künstler wird anwesend sein, das ist nicht selbstverständlich, denn sie kommen aus Brandenburg, Bayern, Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Rainer Trunk hat die Werke aus Holz, Stahl, Sandstein, Gips, Zement und eigentlich allem, was irgendwie bearbeitbar ist, wohl überlegt auf seinem etwa 3000 Quadratmeter großen Gelände platziert. Es ist eine Komposition, "ich musste mehrmals umstellen", so der Räbeler. Einige Objekte haben ihren Platz auf einem Podest gefunden, andere stehen mit den Füßen auf dem Rasen. Dort, wo früher Schafe liefen.

Trunk selbst, der sich als Künstler, Kunstpädagoge und Kunsttherapeut beschreibt, bestückt die Ausstellung mit sechs Objekten: einem Wagen, einer Hütte, einem Hochsitz, einer Backstein-Skulptur, zwei Eisenfiguren und einem besonders auffälligen Werk namens AusGüsse. Dahinter verbirgen sich in der Tat Ausgüsse - aus Grabvasen. Ganz viele davon aufgereiht auf Paletten haben etwas Bedrohliches, Soldatenhaftes. Aus dem Hochsitz nebenan scheint permanent jemand zu starren und Kriegsnotizen von Trunks Vater werden dem Besucher auch begegnen. "Solange ich denken kann, habe ich Kriegsgeschichten im Kopf", sagt Trunk. Der Krieg durchtränke auch sein Leben, "es geht um Traumata, die Generationen übergreifen".

Aus geplanten zwölf wurden elf Künstler, Astrid Reichhardt aus Berge sagte kurzfristig ab. Aber Rainer Trunk ist froh darüber, dass sich so viele für den Kunstrasen begeistern ließen. Drei kennt er schon aus seinem Projekt "Kulturspur" von 2003. Damals hieß das Motto "mehrere Orte, mehrere Künstler". Dieses Mal versammelt Trunk mehrere Künstler an einem Ort - bei sich zu Hause. Das trägt auch seine Familie mit, inklusive dem Hund, der auf dem Gelände seine Runden rast.