Zu 67 Einsätzen rückte die Osterburger Stadtfeuerwehr 2010 aus. Diese Zahl nannte Stadtwehrleiter Sven Engel am Freitagabend im Saal des Verwaltungsgebäudes. Dort fand die Jahreshauptversammlung der Brandbekämpfer statt.

Osterburg. Nach Einschätzung des Osterburger Stadtwehrleiters Sven Engel lag die Zahl der Einsätze 2010 im Durchschnitt der zurückliegenden 20 Jahre. "Gegenüber 2009 hatten wir zwar eine Steigerung um 13 Einsätze. Aber auch 19 weniger als im Jahr 2007", machte er deutlich.

2010 seien die Biesestädter zu zwölf Bränden, 34 technischen Hilfeleistungen und 21 sonstigen Einsätzen ausgerückt. "Unter letzterem verstehen wir beispielsweise die Suche nach vermissten Personen, Fehlalarmierungen oder auch das Leisten von Amtshilfe oder Türöffnungen", konkretisierte Engel.

Die Einsätze stellen aber nur einen Bruchteil der Stunden dar, in denen sich die Brandbekämpfer im vergangenen Jahr ehrenamtlich in den Dienst der Kommune stellten. "Alles zusammen gerechnet, kommen wir auf eine Gesamtzahl von etwa 5370 Stunden", so der Wehrleiter.

5370 Stunden, die von einer im Vergleich zu 2009 geringeren Anzahl an Brandbekämpfern geleistet wurden. Denn die Mitgliederentwicklung der Osterburger Feuerwehr ist rückläufig. "Wir haben zwar drei Zugänge zu verzeichnen. Aber leider auch neun Austritte", machte Sven Engel deutlich. Häufig seien es gut ausgebildete junge Mitglieder, die die Osterburger Wehr wegen eines Studiums oder einer Arbeit in anderen Bundesländern verlassen, bedauerte der Stadtwehrleiter. Mit dem aktuellen Personalbesatz von 50 aktiven Brandbekämpfern, darunter neun Frauen, sei zwar die Mindeststärke gesichert. "Aber sie garantiert längst nicht mehr die ständige volle Einsatzbereitschaft unserer Wehr während der Arbeitszeit", sagte Engel. Das Problem könnte seiner Ansicht nach durch mehr Arbeitsplätze in der Stadt für Mitglieder der Wehr verringert werden. "Davon gibt es leider nach wie vor zu wenig", bedauerte Engel.

Zudem seien die Bemühungen, den Dienst möglichst attraktiv zu gestalten, wichtig, um junge Osterburger für die Mitgliedschaft in der Wehr zu gewinnen. Dass diese Bemühungen der Brandbekämpfer im Zusammenspiel mit dem Feuerwehr-Fördervein erfolgreiche Früchte tragen, verdeutlicht ein Blick auf die Nachwuchsabteilungen und die Altersstruktur der Wehr. Das Durchschnittsalter der Brandbekämpfer beträgt 31 Jahre. Der von Peter Ladebeck geleiteten Kinder-Abteilung "Löschzwerge" gehören 29 Mädchen und Jungen an, in der Jugendwehr wirken insgesamt 22 Mitglieder mit. Die starke Nachwuchsarbeit ist für die Osterburger aber kein Grund, sich zurück zu lehnen. "Denn unser Hauptanliegen bleibt die Erhöhung der Anzahl der Einsatzkräfte", betonte Sven Engel.

Der Stadtwehrleiter nutzte die Versammlung, um sich bei allen Mitgliedern für ihre Arbeit in der Wehr zu bedanken. Anerkennende Worte für ihren ehrenamtlichen Einsatz hörten die Brandbekämpfer aber noch häufiger. Unter anderem stellvertretend für den aus gesundheitlichen Gründen entschuldigten Bürgermeister Hartmuth Raden von Ordnungsamtsleiter Matthias Frank, vom Stadtratsvorsitzenden Nico Schulz (CDU), vom 2. Beigeordneten des Landkreises, Carsten Wulfänger, oder dem Vorsitzenden des Landesfeuerwehrverbandes Sachsen-Anhalt, Hans-Ulrich Schlegel. Und während der Versammlung, an der unter anderem auch mehrere Stadträte, Osterburgs Ortsbürgermeister Klaus-Peter Gose sowie Kreisbrandmeister Dieter Bolle teilnahmen, ergriff auch Ingo Fabisch das Wort. Der Vorsitzende des Fördervereins der Feuerwehr lobte das Engagement, durfte sich aber auch selbst über Komplimente freuen. "Der Förderverein war im Jahr 2010 wieder eine große Stütze für uns.", betonte Engel. Der Verein hätte viele Veranstaltungen organisiert, die Versorgungsgruppe der Förderer kümmerte sich um die Verpflegung während des Jugendzeltlagers, bei Einsätzen und Ausbildungen. "Durch die vielen Lehrgänge ist die Versorgungsgruppe des Vereins fast jedes Wochenende für uns tätig.", so Engel. Das galt auch für die Jahreshauptversammlung, als sich die Frauen und Männer um die Versorgung der Teilnehmer mit Getränken und einem Imbiss kümmerten.