Auf eine recht große Resonanz stieß am Sonnabend die Eröffnungsveranstaltung zur Ausstellung "Das Pferd als Kulturgut" in der Seehäuser Salzkirche. Kunst- und Pferdefreunde aus Seehausen und der weiteren Umgebung folgten der Einladung des Reiterhofes Neulingen aus Losse und der Touristinformation Seehausen.

Seehausen. Vor gut einem Jahr erwarb die Inhaberin des Reiterhofes Neulingen, Harriet Stoltenberg, gemeinsam mit ihrem Lebenspartner Heinrich Rathsmann in Losse einen Hof. Den haben die beiden zwischenzeitlich teilweise modernisiert und zu einem Betrieb mit den Schwerpunkten Pferdetourismus sowie Reit- und Fahrsport ausgebaut. Die beiden sind seit langem mit dem Ehepaar Stefani und Paul Ratzmer aus Niedersachsen befreundet. Stefani Ratzmer malt und zeichnet seit Jahren mit großer Leidenschaft, unter anderem Pferdedarstellungen. Stoltenberg und Rathsmann setzten nun die Idee in die Tat um, eine Auswahl ihrer Arbeiten auch in der nördlichen Altmark zu zeigen. Sie organisierten daher die Ausstellung in der Salzkirche. Sie wollten diese Gelegenheit aber auch dafür nutzen, auf die kulturgeschichtliche Bedeutung des Pferdes aufmerksam zu machen. Also wurde die Kunstausstellung mit einer kleinen Exposition historischer Kutschen des Reiterhofs Neulingen verbunden. Darüber hinaus luden die Organisatoren einen Hufschmied ein, dem die Besucher beim Beschlagen eines Pferdes zuschauen konnten.

Damit nicht genug. Verbunden war und ist die bis zum 19. März laufende Ausstellung auch mit einem Malwettbewerb für Kinder. Schon im Vorfeld der Eröffnung hatten sich zahlreiche Kinder aus der Grundschule und den Seehäuser Kindertagesstätten daran beteiligt. Ein Teil der Arbeiten waren in der Salzkirche bereits zu sehen. "Wir freuen uns, diese Ausstellung erstmals in der Altmark durchführen zu können. Der Stadt Seehausen gilt ein herzlicher Dank dafür, dass wir die schöne Salzkirche dafür nutzen können", so Heinrich Rathsmann in einer kurzen Eröffnungsansprache, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass in der Exposition neben den Werken von Stefani Ratzmer auch Fotografien von ihrem Mann Paul zu sehen sind. Ingrid Jabke, Leiterin der Touristinformation, bedankte sich ihrerseits bei den Organisatoren dafür, dass die sehenswerte Ausstellung nach Seehausen gekommen ist, und wünschte ihr viele Besucher.

Die Gäste der Ausstellungseröffnung zeigten sich vor allem angetan von den vielen unterschiedlichen, zum Teil sehr lebensecht wirkenden Pferdedarstellungen Stefani Ratzmers. Einen besonderer Hingucker bildete dabei ein Porträt und eine teilweise Seitenansicht des weit über die Altmark bekannten Zuchthengstes "Colibri".

Das Interesse der Gäste weckten aber nicht nur die Bilder und Fotos im Inneren der Salzkirche, sondern auch die beiden Kutschen davor - vor allem der Glaslandauer der 1906 in Leipzig gebaut wurde. Die Kutsche hatte Rathsmann 1994 in Naumburg erworben und aufwändig restauriert - aber nicht als Museumsexponat. Mit dem guten Stück werden regelmäßig Kutschausflüge unternommen. Sehenswert auch der noch nicht restaurierte Zerbster Korbwagen um 1900. Etwas später demonstrierte Heino Hergenröther aus dem Wendland an dem Friesenhengst Albert die Hufpflege und das Beschlagen. Für die Zuschauer war es durchaus beeindruckend zuzuschauen, wie dabei jeder Handgriff saß.

Gestern konnten die Besucher die Gelegenheit nutzen, mit Heinrich Rathsmann Kutschenausflüge von Seehausen aus in die Umgebung zu unternehmen. Die sehenswerte Ausstellung ist in der Salzkirche noch bis zum Sonnabend, 19. März, zu sehen. An diesem Nachmittag wird auch die Auswertung des Kinder-Malwettbewerbs vorgenommen. Interessierte Kinder, die sich daran noch beteiligen möchten, können in den kommenden Tagen während der Öffnungszeiten in der Salzkirche eigene Pferdemotive malen. Es gibt schöne Preise zu gewinnen.

 

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