Von Egmar Gebert

Stendal. Die Kinder aus Jarchau, bereits seit 2005 Ortsteil von Stendal, sollten ab dem kommenden Schuljahr nicht mehr in Sanne, sondern in der Stendaler Grundschule "Nord" eingeschult werden, zu deren "Schuleinzugsbereich" Jarchau gehört. Ganz ähnlich die Situation für die nordwestlichen Stendaler Neu-Ortsteile Groß Schwechten, Peulingen und Neundorf am Speck. Deren Kinder gehen bislang in die Rochauer Grundschule. Ihr, wie auch der Sanner Grundschule, würde durch das Fehlen der Kinder aus den oben genannten Stendaler Ortsteilen die Schließung drohen.

Doch darüber könnte jetzt der Elternwille mitentscheiden. Der Entwurf eines entsprechenden Kreistagsbeschlusses wurde am Donnerstag im Kreisausschuss diskutiert.

Grundlage dafür sei ein Kompromissvorschlag, auf den sich die Stadt Stendal und die Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck (Schulträger für die oben genannten beiden Dorf-Grundschulen) im Vorfeld geeinigt hätten, war von Landrat Jörg Hellmuth zu erfahren. Die Eltern in den Stendaler Ortsteilen Jarchau, Groß Schwechten, Peulingen und Neuendorf am Speck sollen in den kommenden beiden Jahren selbst entscheiden können, ob sie ihre Kinder in Sanne beziehungsweise Rochau oder in Stendal einschulen.

Sind es nach dieser Elternentscheidung dann in den Grundschulen Sanne und Rochau jeweils mindestens zehn Kinder, die eingeschult werden, und 40 Schüler, die in die jeweilige Grundschule dieser Dörfer gehen, ist deren Bestand gesichert. Allerdings stellt sich diese Frage dann mit jedem Schuljahr neu.

Ob die Eltern sich damit zufrieden geben - im Kreisausschuss gab es auch skeptische Stimmen. Die Eltern bräuchten die Sicherheit, dass ihre Kinder die gesamte Grundschulzeit in Rochau oder Sanne zur Schule gehen, monierte Kreisausschussmitglied Günter Rettig. Die Garantie könne derzeit aber niemand geben. Die Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck - für sieben Grundschulen zuständig - will nun bis zum Herbst ein eigenes Schulentwicklungskonzept entwerfen, das den Eltern diese Sicherheit oder zumindest eine klare Antwort darauf gibt, ob und welche der sieben Grundschulen in der Verbandsgemeinde wann geschlossen werden muss.