Die Mitglieder des Osterburger Ortschaftsrates waren am Montagabend mit ihren Fahrrädern unterwegs. Die Politiker wollten sich in der Stadt ein eigenes Bild von Problemen oder Themen verschaffen, die von Einwohnern an sie herangetragen wurden. Aber auch mögliche Investitionswünsche wurden besprochen.

Osterburg. Ortsbürgermeister Klaus-Peter Gose (CDU) und sein Stellvertreter Wolfgang Tramp (Die Linke) hatten die Idee zu der Erkundungstour, die die Räte am Montagabend vom Kleinen Markt aus zum Obdachlosenheim, in die Stendaler Chaussee, in das Altneubaugebiet, die Innenstadt und zuletzt zum Biesebad und Anglerheim führte. "Wir wollen nach der Ordnung und Sauberkeit schauen. Aber auch andere Themen besprechen, die von Einwohnern an uns herangetragen wurden", erklärte Gose, bevor die Stadtpolitiker gemeinsam mit Ordnungsamtsleiter Matthias Frank aufbrachen. Erste Station war das Obdachlosenheim. "Aktuell wohnen dort vier Personen, in Kürze rechnen wir mit einem weiteren Zugang", informierte Frank. Maximal könne die Stadt zehn bis zwölf Menschen in dem Gebäude unterbringen, fügte der Ordnungsamtsleiter hinzu. Bei einer Besichtigung leerer Räumlichkeiten und des Flures im Heim stellten die Ortschaftsräte verwundert fest, dass die Heizung in Betrieb war. Allgemein sahen die Politiker Bedarf für Renovierungs- und Sanierungsarbeiten. Dies galt ganz besonders für die Außenfassade des Gebäudes, waren sich die Räte einig. Anschließend überzeugten sich die Politiker bei einer Fahrt auf dem Radweg an der Stendaler Chaussee davon, dass der für dieses Jahr geplante Neubau des Weges notwendig ist.

Ein anschließender Abstecher führte die Radler in das Osterburger Altneubaugebiet. Dort seien viele Bürgersteige und Borde dringend erneuerungsbedürftig und müssten deshalb unbedingt auf die Agenda der Kommune, forderte Ute Baucke (Die Linke) ein. "Im Altneubaugebiet wohnen sehr viele ältere Menschen, für die der schlechte Zustand der Gehwege zu einem immer größeren Problem wird", warnte Baucke. Die Ortschaftsräte machten während ihrer Tour noch zahlreiche andere Probleme deutlich. Unter anderem müsste das Geländer, das sich an den Werderwiesen zwischen Nordpromenade und einem Graben befindet, auf Vordermann gebracht werden, am Handlauf der Schwiegermutterbrücke seien die Schrauben nachzuziehen. Während der abschließenden Gesprächsrunde im Anglerheim kritisierte Wolfgang Tramp zudem noch einmal das Absanden der innenstädtischen Straßen durch die Stadtwerke. "Seit meiner ersten Kritik sind Wochen vergangen, aber ich habe bis heute noch keine Reaktion darauf von der Verwaltung oder den Stadtwerken erhalten", ärgerte sich der stellvertretende Ortsbürgermeister. Tramp selbst fertigte im Auftrag des Gremiums ein Protokoll über die Radtour an, das natürlich auch an die Osterburger Verwaltung weitergegeben wird. Dieses Papier enthält aber nicht nur Kritiken und Hinweise. Sondern auch Lob. Beispielsweise stellten die Mitglieder des Ortschaftsrates während der Radtour zufrieden fest, dass sich die meisten der zahlreichen Grünanlagen in der Stadt in einem sehr gepflegten Zustand befinden.

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