Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften ist im vergangenen Jahr zurückgegangen. Seitens des Jobcenters des Altmarkkreises herrscht Optimismus, dass sich der Trend auch in diesem Jahr fortsetzt.

Salzwedel l Die gute Nachricht vorweg: Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften, die vom Jobcenter Zuweisungen im Rahmen des Sozialgesetzbuches II (Hartz IV) bekommen, ist 2013 um 398 gesunken, die Zahl der Leistungsberechtigten im erwerbsfähigen Alter um 531. Das geht aus dem Bericht des Jobcenters des Altmarkkreises hervor, der am 24. Februar auf der Tagesordnung des Kreistages steht.

Allerdings sind die Rahmenbedingungen schwierig, wie aus dem Bericht weiter hervorgeht. Die Quote der Hartz IV-Empfänger bis 65 Jahre ist mit 13,1 Prozent (Bundesdurchschnitt 9,5 Prozent) überdurchschnittlich hoch. Der Arbeitsmarkt in der westlichen Altmark weist eine vergleichsweise hohe Beschäftigungsquote auf, seine zusätzlichen Aufnahmekapazitäten werden jedoch als gering eingeschätzt. Demgegenüber gebe es zahlreiche Personen mit niedriger Qualifikation, ohne Ausbildung und ohne Schulabschluss. Des Weiteren müssen ein Drittel der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten, also etwa 2000 Personen, wegen ihres geringen Einkommens ergänzende Hartz IV-Leistungen beantragen.

1560 Männer und Frauen, die vorher Hartz IV-Leistungen erhalten hatten, nahmen 2013 eine versicherungspflichtige Tätigkeit auf, im Jahr zuvor waren es 1448. 589 Personen nahmen eine geringfügige Beschäftigung auf.

Auf dem zweiten Arbeitsmarkt nahmen Langzeitarbeitslose Tätigkeiten in Beschäftigungsgesellschaften und bei Bildungsträgern auf, des Weiteren wurden 200 Männer und Frauen in den Einheitsgemeinden Arendsee und Kalbe in die Bürgerarbeit einbezogen. Ziel sei es, die Bürgerarbeiter nach dem Ende des Programms in andere Beschäftigungsverhältnisse zu integrieren oder sie auf dem zweiten Arbeitsmarkt zu begleiten.

Nach dem Ende der Bürgerarbeit setzt das Jobcenter auf das Landesprogramm "Aktiv zur Rente plus", über das in diesem Jahr etwa 80 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose geschaffen werden sollen.

Gleichzeitig wird seitens des Jobcenters zu bedenken gegeben, dass es künftig schwieriger werden könnte, geeignete Kandidaten für bestimmte Maßnahmen zu finden. Als Gründe werden gesundheitliche Einschränkungen und fehlende Mobilität genannt.

Außerdem wird im Bericht für dieses Jahr eine Überprüfung der für Hartz IV- und Sozialhilfeempfänger per Gesetz "zu Grunde gelegten angemessenen Unterkunftskosten" angekündigt. Für die "Bestimmung der örtlichen Angemessenheit von Unterkunftskosten" solle ein Konzept erarbeitet werden. Wohnungsvermieter hatten wiederholt darauf hingeweisen, dass durch die vom Kreis gezahlten Mieten die Kosten für Modernisierung nicht gedeckt werden können.