Flagge zeigen wollen die Arendseer Feuerwehrmitglieder für ihren Gerätehausbau, wenn der Stadtrat am 17. März den Haushalt beschließt. Die Baupläne liegen vor. 635 000 Euro sind für den ersten Abschnitt in den Etat eingestellt. Protest dagegen hatte es aus Mechau und Fleetmark gegeben.

Arendsee l "Die Investition für die Feuerwehr hat eine ganz andere Bedeutung als die für einen Verein", erklärte am Freitagabend Stadtrat Uwe Walter während der Jahreshauptversammlung der Arendseer Feuerwehr. "Die Kameraden setzten ihre Zeit und ihr Leben für andere aufs Spiel." Die geplante Investition von rund 1 Million Euro sei dringend nötig. "Der Stadtrat steht hinter dem Projekt", betonte er - und das auch, wenn einige wenige das anders sähen.

Dass die Arendseer Wehr nicht nur allein Brandschutzaufgaben in Arendsee, sondern in der ganzen Einheitsgemeinde wahrnimmt, bekräftigte Stadtbrandmeister Hans-Joachim Hinze: "45 Prozent aller Einsätze im Gebiet der Einheitsgemeinde bestreiten wir mit", machte er deutlich.

"Auch deshalb ist der Gerätehausbau kein städtisches Vorhaben, sondern eines der ganzen Gemeinde", fügte Bürgermeister Norman Klebe an. Durch jahrelanges Ansparen eines Teils der Investpauschale sei es gelungen, eine Summe von rund 635 000 Euro zusammenzubekommen. "Damit ist gesichert, dass der erste Bauabschnitt noch in diesem Jahr beginnen kann", kündigte er an. Weitere Beträge kommen so 2015/2016 für den zweiten Abschnitt dazu.

Für den Neubau seien die Grundstücke am Dessauer Worth angekauft worden. Dort solle die neue Fahrzeughalle mit mindestens vier Stellplätzen entstehen. Außerdem werde dort ein Verbinder zum alten Gerätehaus mit Sozialtrakt gebaut.

Der Umbau des alten Hauses an der Bahnhofstraße folge dann. Vorgesehen seien auf jeden Fall eine Werkstatt und eine Kleiderkammer mit Waschmaschine.

"Nachdem uns inzwischen konkrete Planunterlagen und die Kostenvorschau vorliegen, wollen wir bei einem Termin im Innenministerium klären, ob für das Vorhaben Fördermittel beantragt werden können", so Klebe.

Er blickte auf die langwierige Standortsuche, die Klärung von Grundstücksfragen und Finanzplanung zurück, die der letzten Entscheidung vorausgegangen waren.

Hervorragende Lösung mit Standort mitten im Ort

Er fragte: "Wo waren eigentlich die Stadträte aus Mechau und Fleetmark, die jetzt das Vorhaben kritisieren und in Frage stellen wollen, bei all diesen Entscheidungen?" Denn bisher seien weder im Bau- und Finanzausschuss noch im Stadtrat Stimmen gegen den Gerätehausbau laut geworden. "Im Gegenteil: Es herrschte Einigkeit, auch unter den Wehrleitern", betonte Klebe.

Seehausens Ex-Wehrleiter Peter Brandt beglückwünschte die Arendseer Kameraden zu ihrem Entschluss. "Das ist eine hervorragende Lösung -Gerätehaus und Kirche müssen mitten im Ort stehen", meinte er. Durch die gemeinsame Altmarkleitstelle sei jetzt auch kreisübergreifende Hilfeleistung einfacher möglich. "Wir stellen euch gern unsere Drehleiter zur Verfügung", sagte er mit Blick auf einen weiteren Wunsch der Stützpunktwehr Arendsee.