Der Grundstein für die Turnhalle am Jahngymnasium ist gelegt. Landrat Michael Ziche und Schulleiter Rainer Aschmann versenkten aus der Tradition heraus gestern auch eine Zeitkapsel im Boden. Der Bau soll im Oktober fertiggestellt werden.

Salzwedel l "Für mich ist es ein schöner Tag", sagte gestern Rainer Aschmann als Leiter des Salzwedeler Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasiums. Denn in absehbarer Zeit werden die Mädchen und Jungen, die dort zur Schule gehen, unkompliziert zum Sportunterricht gelangen - einfach quer über den Schulhof. Voraussichtlich im Oktober schon soll das Drei-Millionen-Euro-Projekt, das mit Geld aus dem Förderprogramm Stark III finanziert wird, fertiggestellt werden. Ein Grund zur Freude auch für die Schüler.

"Ich denke wir sprechen im Namen aller Schüler, wenn wir sagen, dass wir uns auf die Halle freuen."

"Ich denke, wir sprechen im Namen aller Schüler, wenn wir sagen, dass wir uns auf die Halle freuen", sagte Schülersprecherin Carolin Giesser gegenüber der Volksstimme. 90 Minuten Sportunterricht könnten häufig nicht komplett genutzt werden, weil die Schüler entweder zur Sporthalle an der ehemaligen Käthe-Kollwitz-Schule pendeln, teils per Bustransfer, oder aber zu Fuß zur Agricola-Halle laufen.

Von Sterntouren sei deshalb die Rede gewesen, berichtete Landrat Michael Ziche in seiner Ansprache zur Grundsteinlegung. Friedrich Ludwig Jahn, der Turnvater, dessen Namen die Schule trägt, hätte sich im Grabe umgedreht, wenn er gewusst hätte, dass es keine Sporthalle am Standort gibt, erinnerte der Landrat, was schon vor Jahren moniert worden war. "Nun kann er sich wieder zurückdrehen", sagte Michael Ziche schmunzelnd. Und er dankte Lehrern und Schülern, die mit dem Provisorium gelebt haben, ehe er nach altem Brauch dreimal mit dem Hammer auf den Grundstein schlug.

Entstehen wird eine Zweifeldsporthalle mit Hallengebäude und dazugehörigem Sozialtrakt zur Unterbringung der Umkleidekabinen und Sanitärräume. Die Fassade wird mit einem Klinkermauerwerk gestaltet. Durch energetisch nachhaltige Maßnahmen, wie den Einbau eines Erdwärmetauschers, einer modernen Gasbrennwerttechnik sowie einer Photovoltaikanlage auf dem Dach verfolgt der Landkreis als Bauherr das Ziel, die Betriebskosten dauerhaft zu senken. "Für Sachsen-Anhalt ist die Halle beispielgebend, ein Pilotprojekt des Landes. Wir können stolz sein, dass wir das so zuwege bringen", sagte Architekt Burkhard Przyborowski im Hinblick auf die energetischen Besonderheiten. Die Halle bietet Platz für die Unterbringung aller Sportfelder des Schulsports. Sowohl ein Großfeld für Handball als auch mehrere Kleinfelder für die Sportarten Basketball, Volleyball, Unihockey und Badminton werden Platz finden.

Und wenn Schüler und Lehrer Veranstaltungen planen, für die die Aula nicht genügend Platz bietet, können diese ebenfalls in der Halle ausgerichtet werden. Der Schulhof des Jahngymnasiums wird durch die Halle kleiner. In der Abwägung würde aber das Positive überwiegen, so Rainer Aschmann.