Seit 2003 betreibt der Förderverein Kloster Arendsee das Heimatmuseum. Von dem 10 000-Euro-Zuschuss der Stadt sind nur noch 7000 Euro übrig. Über steigende Kosten, sinkende Förderung und die Zusammenarbeit mit der Kirche sprach für die Volksstimme Helga Räßler mit dem Vereinsvorsitzenden Thomas Nothnagel.

Volksstimme: Sie sind seit 2011 Vereinsvorsitzender, aber arbeitsbedingt nur am Wochenende in Arendsee. Wie gelingt Ihnen trotzdem die ehrenamtliche Arbeit?

Thomas Nothnagel: Die Mitglieder des Vereinsvorstandes sowie unsere Mitarbeiterin Rica Meise und die Bürgerarbeiter leisten regelmäßig gute Arbeit vor Ort. Wir stehen per Telefon und E-Mail in engem Kontakt. Wenn es irgendwie möglich ist, trifft sich der Vorstand einmal im Monat. So ist auch eine regelmäßige persönliche Abstimmung gegeben.

Volksstimme: Was treibt Sie an?

Thomas Nothnagel: Ein wichtiger Antrieb für meine ehrenamtliche Tätigkeit ist, ein Veröden unserer Region zu verhindern. Neben der Erhaltung der Klosteranlagen bieten wir ein breites kulturelles Programm für Arendsee und seine Besucher. Mein Motto ist hier, mehr bunte Vielfalt statt grüner Wiese! Hierfür setze ich gern meine Freizeit ein, die mir neben Arbeit und Familie noch bleibt.

Volksstimme: Der Veranstaltungsplan steht, am 11. Mai ist die erste Ausstellungseröffnung. Auf welche Highlights können sich Arendseer und Gäste noch freuen?

Thomas Nothnagel: Im Juni findet wieder unser traditioneller Handwerkermarkt statt. Am 20. Juli ist dann die Premierenveranstaltung des Sommertheaters mit dem Stück "Besuch der alten Dame". Das Sommertheater ist für mich persönlich eines der kulturellen Highlights in Arendsee. Neben drei weiteren Ausstellungen möchte ich hier auch noch den Adventsmarkt am 30. November erwähnen.

Volksstimme: In der Jahreshauptversammlung Ende 2013 war von steigenden Energie- und Wasserkosten, aber auch von Lohnkosten die Rede, die dem Verein mehr und mehr zu schaffen machen. Gibt es Unterstützung von der Stadt?

Thomas Nothnagel: Ja, die gibt es. Derzeit sollen wir 7000 Euro für das Jahr 2014 erhalten. Ich bin zwar dankbar, dass es noch 1000 Euro mehr als die eigentlich veranschlagten 6000 Euro sind, trotzdem haben wir, seitdem ich den Vorsitz im Verein innehabe, eine Kürzung von 30 Prozent zu verkraften.

Der Altmarkkreis Salzwedel hat seinen Zuschuss für die Klosterführungen um 70 Prozent auf 300 Euro reduziert. So ehrt man das Ehrenamt!

Die eigentlichen Lohnkosten machen uns derzeit nicht so sehr zu schaffen. Vielmehr mussten wir nach dem Auslaufen der Bürgerarbeit nach einer Alternative suchen, mit der wir den täglichen Betrieb sicherstellen können.

Fündig geworden sind wir durch langfristige Beantragung beim Bundesfreiwilligendienst (BFD). Wir freuen uns hier am 1. April die ersten drei Freiwilligen bei uns begrüßen zu dürfen. Eine weitere Freiwillige folgt dann im Mai.

Leider sind die uns als Verein auferlegten Verwaltungskosten pro Monat und Freiwilliger/Freiwilligem um 100 Prozent höher als bei den Bürgerarbeitern. Wir müssen dafür nun mehr als 500 Euro pro Monat einplanen. Zusammen mit den steigenden Energie- und Wasserkosten könnte es bald eng werden.

Denkmalschutzbehörde hat Neugestaltung einen Riegel vorgeschoben

Volksstimme: Die ehrenamtliche Museumsbetreuung gelingt vor allem auch, weil es wie bisher Bürgerarbeiter gab. Ab April übernimmt der Bundesfreiwilligendienst. Was tun sie außer der Sicherung der Öffnungszeiten noch? Wie gelingt die Finanzierung?

Thomas Nothnagel: Neben der Sicherung der Öffnungszeiten in Museum und Kirche helfen die "BFDler" bei der Vorbereitung und Durchführung von Veranstaltungen. Hier ist beispielsweise das Gelände in Ordnung zu bringen, Stühle und Tische aufzustellen und der Einlass bei Veranstaltungen zu besetzen.

Derzeit sieht es so aus, als gelingt uns die Finanzierung. Wir haben einen ausgeglichenen Haushalt. Einen gewissen Beitrag zur Stabilisierung der Kostensituation erwarten wir uns von der moderaten Anhebung der Preise für den Museumseintritt und für Führungen. Langfristig werden wir jedoch wieder mit der Stadt ins Gespräch kommen oder unsere Arbeit neu strukturieren. Hier ist vieles denkbar.

Volksstimme: Die verlässliche Öffnung der Klosterkirche schultert der Verein sicher mit Hilfe der Kirchengemeinde, wie funktioniert hier die Zusammenarbeit?

Thomas Nothnagel: Die Zusammenarbeit funktioniert. Allerdings sehe ich hier persönlich noch mehr Potenzial. Ich wünsche mir, ebenso der Vorstand, dass unser Kontakt zur Kirchengemeinde in Arend- see intensiver wird.

Volksstimme: Das Projekt vom Apothekergarten im Klosterhof und die damit verbundene Umgestaltung wurde vom Denkmalschutz gestrichen. Gibt es ein neues Vorhaben, zum Beispiel um den Blick auf das historische Gemäuer des Kreuzgangs zu gewähren?

Thomas Nothnagel: Ja, hier hat die obere Denkmalschutzbehörde einer umfangreichen Neugestaltung des Klostergeländes (geplante Kosten zirka 40 000 Euro) einen Riegel vorgeschoben. Im Vorgriff auf die neue Marketingkampagne der Altmark wird nun in Zukunft im Klostergelände weiterhin die grüne Wiese über bunte Gärten dominieren.

Wir planen, dass bald wieder ein freier Blick auf das Gemäuer des Kreuzganges ermöglicht wird. Des Weiteren gibt es noch Baustellen, über die wir mit der Gemeinde sprechen wollen. So muss dringend der Westgiebel instand gesetzt werden. Ein Kostenvoranschlag hierfür liegt uns bereits vor. Von der Gemeinde wurde auch die Notwendigkeit einer Restaurierung beziehungsweise Instandsetzung des Altars und des Glockenstuhls angesprochen. Hierüber müssen wir, wie gesagt, noch sprechen.