26 Tage fehlte von den beiden Dalmatinern Andy und Aziza jede Spur. Familie Hennig aus Vissum hoffte die ganze Zeit, dass die beiden wieder auftauchen - und nur wenige Stunden nach der Veröffentlichung einer Suchmeldung in der Volksstimme waren die Tiere wieder zu Hause.

Vissum l "Ich habe immer die Polizeimeldungen gelesen und gehofft, dass nichts von einem Unfall mit einem Hund zu lesen ist", erinnert sich Janine Hennig an die vergangenen Wochen der Ungewissheit. Der Vissumerin gehört die achtjährige Dalamatiner-Hündin Aziza. Der ausgebüxte Rüde Andy - übrigens Azizas Bruder - ist der Schatz von Janine Hennigs Schwester Franziska. Die Geschwister mussten ihre beiden Vierbeiner bereits des Öfteren suchen. Allerdings haben sie die Hunde meistens in der Nähe des heimischen Hofes entdeckt. Doch am 26. April war das anders.

Andy kam an dem Tag mit seiner Nase gegen einen Weidezaun, der unter Strom stand. Vor Schreck ist er dann wie von der Tarantel gestochen vom Hof geflitzt. Aziza mit Vollgas hinterher. "Als wir am Hoftor standen, war von den beiden nichts mehr zu sehen", sagt Franziska Hennig. Sie und die ganze Familie starteten nun eine stundenlange Suche. Pretzier, Klein Gartz, Schernikau, Fleetmark - alle umliegenden Dörfer klapperte die Familie ab und suchte in der Umgebung auch vom Fahrrad aus. "Meine Brüder sind schon ewig nicht mehr Rad gefahren", erinnert sich Janine Hennig nach dem guten Ausgang der Geschichte mit einem Schmunzeln an die aufwendige Suche.

Die Schwestern sprachen in den Tagen nach dem Verschwinden der Tiere auch viel mit den Einwohnern der Nachbarorte. "In der Gegend gibt es nur wenige Dalmatiner. Die fallen auf. Doch es hat niemand etwas gesehen", erklärt Franziska Hennig. Lediglich ein Hinweis wurde an Vissums Ortsbürgermeister Uwe Hundt herangetragen. Ein Anwohner wollte die Tiere in Klein Gartz gesehen haben. Doch dieser Tipp brachte keinen Such- erfolg.

Aber Uwe Hundt hatte noch eine Idee. Und diese brachte die beiden Vierbeiner nach 26 Tagen zurück nach Hause. Der Ortschef empfahl den Hennigs, sich mit einer Suchmeldung an die Volksstimme zu wenden. Am Donnerstag war der Artikel in der Zeitung und bereits gegen 9.30 Uhr am gleichen Tag stand eine Frau aus Badel mit Andy und Aziza auf dem Hof der Hennigs. Sie hatte den Text gelesen und wusste nun, wo die Hunde hingehören.

Die Badelerin hatte die Tiere in ihre Obhut genommen, als die beiden vor ihr Auto gelaufen sind. Komisch kam der Finderin vor, dass Aziza und Andy keine Probleme mit Pferden und Kindern hatten. Deshalb war sie sich sicher, dass die Tiere auf einen Hof gehören - auf welchen, erfuhr sie aus der Volksstimme. "Wir hätten niemals erwartet, dass wir die beiden so schnell nach der Veröffentlichung wieder in die Arme schließen können", freut sich Franziska Hennig über die Rückkehr der Hunde. "Es ist für uns sehr beruhigend zu wissen, dass den Hunden nichts passiert ist. Vor allem Andy ist nicht gerade der Hellste und rennt ohne zu gucken über die Straße", erklärt Janine Hennig, die ebenso froh darüber ist, dass auch kein Autofahrer Schaden genommen hat, weil die Tiere ihm vor den Wagen gelaufen sind.

Dass die Dalmatiner zum letzten Mal ausgebüxt sind, ist indes unwahrscheinlich. Eines wird sich aber in Zukunft ändern. Falls die Tiere länger weg sind, wollen sich die Hennigs gleich an die Zeitung wenden.