Lübeck l Blues erklang unter dem Gewölbe des Lübecker Rathauses. Spontan sammelten sich 30 Zuhörer. Sie klatschten und jubelten den Salty Blue Notes aus Salzwedel zu. Die Band brachte Stimmung in die alten Mauern. Der Internationale Hansetag ist mehr als nur Mittelalter-Schauspiel.

Ein besonderes Flair bringen die schönen Trachten und Uniformen dennoch. So zog die Salzwedeler Stadtwache die Blicke auf sich. Überall in der Stadt war was los. Die mehr als 120 Städte hatten ihre regionalen Spezialitäten mitgebracht.

Viel Trubel herrschte vor den Ständen der altmärkischen Hansestädte. Die Osterburger Blasmusikanten spielten auf. Mit dabei hatte die Band Bürgermeister Nico Schulz und Seiler Detlef Preetz. Doris Milkert und Ingrid Jabke von der Wollzauberei aus Seehausen zeigten Filzkunst. Die Tanzgruppe Fitschebeen präsentierte am Wochenende Tänze aus der Altmark. Beliebt war wie immer der Salzwedeler Baumkuchen.

Immer wieder humpelte Hanse-Radler Hans Potratz bei den Altmärkern vorbei. Er hatte sich in Schweden das Bein gebrochen. Seine gewohnte Radtour zum Hansetag war so unmöglich. Trotzdem strahlte er die ganze Zeit. Denn er hatte Glück im Unglück: Potratz ist in Lübeck zu Hause. Nächstes Jahr will er sich wieder auf den Sattel schwingen. Dann geht es nach Viljandi in Estland.

Ob sich die Segler der Werbegemeinschaft aus Salzwedel dahin wie in diesem Jahr mit dem Schiff aufmachen, ist ungewiss. Sie waren am Freitagabend erst einmal froh, festen Boden unter den Füßen zu haben. Denn die fast 20 Mann hatten viel erlebt. Zwei Tage mit Sturm, Regenschauern und Hagel lagen hinter ihnen. "Außer Schnee haben wir alles gehabt", sagte Volker Kahl. Die Seeleute waren von Hamburg aus über den Nord-Ostseekanal gestartet. Im Hafen war ihr Schiff in prominenter Nachbarschaft. Neben ihm ankerte die Greif, das einstige Schulschiff der DDR, die Wilhelm Pieck.

Übrigens: Wer sich von der Qualität der Salty Blue Notes überzeugen will, kann sie am Freitag in Salzwedel hören. Die Blues-Musiker spielen ab 20 Uhr an der Winkelwiese in der Burgstraße.

   

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