Der Salzwedeler Stadtrat hat sich konstituiert und kann nun seine Arbeit aufnehmen. Unter den Mitgliedern sind auch neue Stadträte. Die Volksstimme stellt sie in loser Reihenfolge vor. Heute: Jost Fischer.

Salzwedel l Er ist ein Mann, der von der Leidenschaft fürs Wasser geprägt ist. Ob mit dem Boot auf dem Rhein oder bei einer Pause zum Kräfte sammeln an der Jeetze, dem Wasser fühlt sich Jost Fischer verbunden, hat so ziemlich alle Bootsführerscheine absolviert, die möglich sind. Er hat Freude daran, die Welt zu bereisen, aber spätestens zum Ende eines jeden Urlaubes zieht es ihn in seine Heimat zurück.

Nur 18 Monate seines Lebens hat Jost Fischer, der am 25.Mai erstmals in den Salzwedeler Stadtrat gewählt wurde, nicht in der Hanse- und Baumkuchenstadt gelebt - die Zeit bei der NVA. In Salzwedel geboren und aufgewachsen, hat er hier auch seine Ausbildung zum Elektriker abgeschlossen und später auch die Meisterprüfung vor Ort abgelegt.

Bedauert habe er seine Verbundenheit zu Salzwedel nie. "Ich habe es doch so schön hier", sagt er. Statt in eine Großstadt zu ziehen, in der er weite Strecken vom Wohnsitz zum Arbeitsplatz zurücklegen müsste, genießt er hier kurze Wege. Sein Haus steht hinter dem eigenen Betrieb, dahinter befindet sich eine Grünfläche mit Platz für seine Tiere wie Schafe, Enten, Puten und seit einigen Monaten auch Strauße. Gleich dahinter liegt die Jeetze, in der das neue Stadtratsmitglied gern ein erfrischendes Bad nimmt.

"Das ist ein Signal, das man verstehen muss."

Politisch ist Jost Fischer schon länger engagiert. Auch wenn sein Eintritt in die CDU vor 30 Jahren eher praktische Gründe hatte. "So hatte ich Ruhe vor anderen", bleibt der 54-Jährige etwas undeutlich. Nach der Wende sah er darin die Möglichkeit, etwas zu verändern und zu gestalten. Drei Wahlperioden bestimmte er im Kreistag mit, ehe er sich in diesem Jahr entschloss, sein politisches Engagement mehr in den Dienst der Stadt zu stellen. Dass er mit seiner ersten Kandidatur gleich Glück gehabt hat, freut ihn. Als Bürgermeisterkandidat war er zweimal gescheitert. "Das ist ein Signal, das man verstehen muss", bewertet er. Eine erneute Kandidatur für die Bürgermeisterwahl im Februar 2015 komme für ihn deshalb nicht in Frage.

Für die Arbeit im Stadtrat wünscht sich der Unternehmer und zweifache Vater, der auch Vorsitzender des Gemeindekirchenrates Sankt Georg ist und Vorsitzender der Werbegemeinschaft Salzwedel, dass Parteipolitik gerade in einem kommunalen Gremium in den Hintergrund treten sollte. Wichtig seien gute Vorschläge, egal, von welcher Gruppe sie kommen. Denn schließlich freut sich Fischer schon darauf, irgendwann Enkelkinder zu haben, die sich hoffentlich genauso wohl in Salzwedel fühlen wie er selbst.