60 Katzen und 19 Hunde haben im Hoyersburger Tierheim ein vorübergehendes Zuhause gefunden. Doch die große Anzahl an Tieren, führt zu Problemen. Die Tierschützer stoßen an ihre Grenzen.

Hoyersburg l Wer derzeit zum Hoyersburger Tierheim kommt, der wird von Django mit lautem Gebell und wedelnder Rute begrüßt. Der Labradormischling ist vor einigen Wochen dort abgegeben worden. "Die Besitzer kamen leider nicht mit seinem Temperament klar", erklärt Tierschützerin Renate Junker. Doch die Trennung von seinen Bezugspersonen und die unzureichende Bewegung machen Django zu schaffen. "Er hat hier bei uns schon deutlich abgenommen. Leider ist es uns nicht möglich, ihm die Bewegung zu geben, die er benötigt", sagt Renate Junker mit trauriger Stimme.

Wenig Zeit für jedes einzelne Tier

Denn die Mitglieder des Salzwedeler Tierschutzvereins stoßen bei der derzeitigen Auslastung des Tierheims an ihre Grenzen. Mit 60 Katzen und 19 Hunden ist die Einrichtung an der Kapazitätsgrenze angekommen. Da bleibt wenig Zeit für das einzelne Tier. Nicht nur die Hunde müssen regelmäßig ausgeführt werden, auch die 20 Babykatzen, einige davon sind Waisen, brauchen viel Pflege und Aufmerksamkeit. "Die kleinen Maikätzchen müssen alle paar Stunden gefüttert werden. Danach muss man ihnen das Bäuchlein kraulen, um die Verdauung anzuregen", weiß Barbara Lehmann, die im Salzwedeler Tierschutzverein für die Pressearbeit zuständig ist.

Zudem müssen die kleinen Kätzchen im Alter von drei Monaten zur Kastration gebracht werden, bevor sie an Interessenten vermittelt werden können. "Wir würden uns sehr freuen, wenn viele Katzenbabys ein liebevolles Zuhause finden. Ab Ende August können wir sie abgeben. Vorbestellungen nehmen wir aber schon jetzt entgegen", so Barbara Lehmann, die auch auf die vielen schönen ein- bis zweijährigen Katzen, die das Hoyersburger Tierheim derzeit beherbergt, hinweist.

Probleme bereitet den Tierschützern aber auch die Ausstattung vor Ort. Viele Fenster schließen nicht mehr richtig, müssten von einem Fachmann überprüft oder ausgetauscht werden. "Da wir größtenteils auf Spenden angewiesen sind, fehlt uns für diese Reparaturen aber das Geld", erklärt Renate Junker.

Tierpaten gesucht, die Zeit spenden

Neben Sach- und Futtermittelspenden sind die Mitglieder des Tierschutzvereins vor allem auf der Suche nach Menschen, die eine Patenschaft für einen Tierheimbewohner übernehmen, also sich regelmäßig mit ihnen beschäftigen, möchten.

Django jedoch soll schnellstmöglich an einen neuen, liebevollen Besitzer vermittelt werden. Er ist knapp zwei Jahre alt und kastriert. "Er braucht viel Bewegung. Ein sportliches Herrchen oder Frauchen, das womöglich sogar Agility mit ihm machen möchte, wäre ideal", hofft Renate Junker. "Nicht das der arme Kerl uns hier eingeht."

Einer, der im Salzwedeler Tierheim wohl sein Gnadenbrot bekommen wird, ist Paul. Der Rüde kann nicht hören und lebt schon seit vielen Jahren im Tierheim. Er wird wohl nicht mehr vermittelt werden. Für ihn ist das Tierheim sein Zuhause geworden. Damit andere Tiere nicht das gleiche Schicksal erleiden, hofft das Tierheim-Team darauf, dass sich Interessenten, die gern ein Haustier haben möchten, sich an das Tierheim wenden.

 

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