Salzwedel l Das Salzwedeler Danneilmuseum wartet seit dem gestrigen Freitag mit einer neuen Ausstellung auf. Auf insgesamt 17 Bildern sind historische Motive der Hansestadt zu sehen. Aufgenommen wurden sie vom Salzwedeler Brennereimeister Albert Wande (1862-1936). "Wande war ein leidenschaftlicher Hobbyfotograf. Obwohl er eigentlich ein Feind moderner Technik war, hat er bei der Fotografie scheinbar eine Ausnahme gemacht", erklärte Museumsleiter Ulrich Kalmbach.

Mit seiner Plattenkamera war Albert Wande, der sich das Fotografieren autodidaktisch beigebracht hat, nicht nur in der Hansestadt, sondern auch im Umland unterwegs. Dabei lichtete er vor allem Landschaften ab.

Sein fotografischer Nachlass umfasst rund 2500 Glasnegative, die Wandes Nachfahren dem Danneilmuseum zur Verwahrung überlassen haben.

"Jedes Negativ war in eine Papierhülle eingepackt. Albert Wande hat jedes Bild mit einem Vermerk über Aufnahmedatum, Ort, Motiv und den technischen Daten wie Blende und Belichtungszeit versehen. So etwas fehlt sonst bei historischen Aufnahmen", berichtete Kalmbach. Alle 2500 Glasnegative seien digitalisiert und in das Fotoarchiv des Museums aufgenommen worden.

"Wir werden sicherlich irgendwann einmal eine komplette Ausstellung über Albert Wande und seinen Nachlass machen. Dafür hoffen wir noch auf autobiografische Angaben über ihn", so Ulrich Kalmbach.

Das Prädikat "Hobbyfotograf" werde Albert Wande nur bedingt gerecht, erklärte der Museumsleiter. "Einige seiner Fotos sind im Dresdener Kupferstichkabinett zu sehen. Wandes Bilder wurden zu seiner Zeit teilweise auch in Foto-Fachzeitschriften veröffentlicht und besprochen."

Die Salzwedelerin Brigitte Vollmer war gestern eine der ersten Besucherinnen. Auf einem Foto erkannte sie sogar den Standort ihres jetzigen Wohnhauses. "Ich finde solche historischen Aufnahmen toll. Jetzt weiß ich, wie es an der Stelle, wo ich heute wohne, früher ausgesehen hat. Das ist schon sehr interessant", erklärte sie.

Die Kabinettausstellung "Historische Stadtansichten" ist im Salzwedeler Danneilmuseum noch bis zum 5. Oktober zu sehen. Anlässlich des Denkmaltages am 14. September gibt es zudem weitere Aktionen im Museum.