Das Mehrgenerationenhaus erhält mit der Arbeiterwohlfahrt ab 2015 einen neuen Betreiber. Der bisherige Träger, die Ausbildung und Arbeit GmbH, zieht sich aus wirtschaftlichen Gründen zurück.

Salzwedel l Das Mehrgenerationenhaus und der Jugendtreff an der Salzwedeler Sonnenstraße gehören zu den wohl wichtigsten Begegnungsorten der Stadt. Im Brennpunktviertel an der Arendseer Straße finden Jugendliche hier ebenso wie Senioren oder Menschen mit Geldnöten Ansprechpartner. Nachdem das ab 2007 vom Bund mitfinanzierte Mehrgenerationenhaus wegen ungewisser Zuschüsse und maroder Bausubstanz in den vergangenen Jahren immer wieder in der Diskussion stand, stehen nun erneut unruhige Zeiten bevor: Der bisherige Träger, die Ausbildung und Arbeit GmbH, zieht sich zurück. Mit der Sozialdienst Altmark GmbH der Arbeiterwohlfahrt (Awo) erhalten Jugendtreff und Generationenhaus ab 1. Januar 2015 einen neuen Betreiber.

Die hundertprozentige Tochtergesellschaft der Awo, vertreten durch Andrea Schmieder und Christoph Neumann, war einer von nur zwei Bewerbern, die sich am Mittwoch im Stadtrat vorstellten. Mit 23 zu 9 Stimmen fiel das Votum des Gremiums am Ende deutlich aus. Zurückgewiesen wurde damit zugleich das Angebot des Diakonischen Werks Altmark West als zweitem Bewerber.

Abhängig von Zuschüssen

Geht es nach den Plänen des Awo-Sozialdienstes, soll die Arbeit in Mehrgenerationenhaus und Jugendtreff nun ab 2015 mindestens auf dem bisherigem Niveau fortgeführt werden. "Wir wollen alle Mitarbeiter übernehmen, denn die machen eine super Arbeit", betonte Andrea Schmieder auf Nachfrage. Langfristig sei sogar eine Erweiterung der Angebote durch die Einrichtung neuer Außenstellen denkbar. "Das steht aber noch in den Sternen", sagte Schmieder.

Die Entscheidung über die Zukunft von Mehrgenerationenhaus und Jugendtreff wird allerdings nicht allein bei der Awo liegen. Denn zum einen gilt der noch zu schließende Vertrag mit der Stadt vorerst nur für ein Jahr. Zum anderen sind das Mehrgenerationenhaus, aber auch der Jugendtreff, von Finanzhilfen durch Bund, Landkreis und Stadt abhängig. Für 2015 gelten 65000 Euro von der Stadt, 30000 Euro vom Bund sowie Zuschüsse vom Kreis als gesichert. Ob vor allem die Bundesmittel aus dem Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser auch danach fließen werden, ist offen.

Alexander Rekow, Leiter des Mehrgenerationenhauses, zeigte sich nach der Entscheidung des Stadtrates dennoch erleichtert. "Wir freuen uns, dass es mit dem neuen Träger weiter geht", sagte er.

Martin Beyer, Geschäftsführer der Ausbildung und Arbeit GmbH, erklärte am Donnerstag, sein Unternehmen habe sich aus wirtschaftlichen Gründen aus dem Betrieb von Mehrgenerationenhaus und Jugendtreff zurückgezogen. Die Angebote seien in den vergangenen Jahren ein Zuschussgeschäft gewesen. Die A A GmbH hat den Jugendtreff seit Mitte der 1990er Jahre und das Mehrgenerationenhaus seit 2007 geführt. Derzeit sind sechs Mitarbeiter beschäftigt.