Valfitz/Langeln (ap) l Sie hat in Valfitz gute Dienste geleistet, die Dreschmaschine mit dem Namen Hannover Standard II. Seit dem Jahr 1932 bis zum Beginn des Zeitalters der landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften sei sie zum Drusch des eingefahrenen Getreides des Landwirtschaftsbetriebes Witte genutzt worden, berichtet Rüdiger Giesecke aus Langeln im Harz.

Das gute Stück sei bei Landwirt Martin Witte und dessen Frau Inge in Valfitz nach seiner Ausmusterung jahrzehntelang in der Scheune abgestellt gewesen.

Als ihre Nichte nach Langeln umzog, hörte diese von einigen jungen Leuten, die sich mit alter Landtechnik beschäftigen. Das erzählte sie ihrem Onkel, der daraufhin anbot, die Dreschmaschine in den Harz umzusetzen.

Rüdiger Giesecke erinnert sich an den Winter vor vier Jahren, als die "Hannover Standard II" nach "abenteuerlicher Fahrt" am neuen Bestimmungsort ankam. Ein paar ältere Schlosser, die selbst mit solcher Technik gearbeitet haben, nahmen sich des altehrwürdigen Stückes an. Neue Treibriemen wurden aufgetrieben, Holzwürmer bekämpft und das Gerät abgeschmiert.

Hühnereier ausgespuckt

Nach knapp 60 Jahren Pause sei die Dreschmaschine wieder in Betrieb genommen worden. "Das Erste, was sie ausspuckte, waren Hühnereier der vergangenen 60 Jahre, die sich noch im Inneren befanden", berichtet Rüdiger Giesecke. Doch auch ihren eigentlichen Zweck erfüllt sie nach dem Aufmöbeln wieder.

Die Freunde der historischen Landtechnik Langeln hegen und pflegen ihren "Neuzugang". Die Dreschmaschine wird bei den Erntefesten in Langeln zur Freude aller Besucher vorgeführt. So sei sie bei der diesjährigen Auflage neben den 32 Alttraktoren, die ebenfalls für die Nachwelt bewahrt werden, der besondere Hingucker gewesen. Die Besucher hätten sich alles aufmerksam angeschaut. Dabei seien sie vom Blasorchester Langeln musikalisch unterhalten worden, das der Initiator dieser Feste sei.

"Alle, die am Gelingen des Erntefestes in Langeln beteiligt sind, können sich nur bei der Familie Witte bedanken, die solch eine seltene Maschine über die Zeit gerettet haben und dass diese Maschine durch uns wieder zu neuem Leben erweckt werden konnte", bedankt sich Rüdiger Giesecke.